Vorschau / Bestellen

I n h a l t

  1. @ufgestellt   Ansprache
  2. Agenda '10   Agit-P(r)op
  3. Ängelchen fliech!   "Kinder"lied
  4. Augen in der Großstadt   Gedicht von K.Tucholsky
  5. Bange   Agit-P(r)op
  6. Bildhübsches Merkel / Une jolie Merkel   Chanson
  7. Blick in die Zukunft / Regard sur l'avenir   Gedicht von K.Tucholsky
  8. Bütikofer-Blues   Blues
  9. Dann herrscht Frieden   Nationalparodie
  10. Der Fluss   Lied
  11. Deutscher Stolz   Gedicht
  12. Deutscher Wahlkrampf   Agit-P(r)op
  13. Die Brücke von Varvarin   Bericht / Gedicht
  14. Die freie Wirtschaft   Gedicht von K.Tucholsky
  15. Die größte Gefahr   Song
  16. Die Lügenfärbmaschine   Chanson
  17. Die Schnecke zum Gärtner   Frustlied
  18. Die Unsichtbaren / Les invisibles   Chanson
  19. Drei-Spruch   Gedicht
  20. Du sollst nicht mörkeln   Leserbrief
  21. Dying for Bullshit?   Song
  22. Eight/six and eight/nine forty-five   Gedicht
  23. Entscheidung   Lied
  24. Freiheit für Bradley/Chelsea Manning   Agit-P(r)op
  25. Gerücht   Gedicht
  26. Geschmacksverstärker   ungereimte Dezime
  27. Integration   Vorlesung
  28. Interview   virtuell
  29. Kriminelle Wirtschaftsweise   Agit-P(r)op
  30. Kulturhauptstadt Ruhr 2010   Gedicht
  31. Lampedusa   Neuvertextung
  32. Loveparade Ruhr 2010   Gedicht
  33. Mal was Schönes   Song
  34. Mammon-Blues   Agit-P(r)op
  35. Mammon unser   Stoßgebet
  36. Mein Fluss / Ma Rivière   Song
  37. Mit untertänigstem Verlaub   Chanson
  38. Moder KG   Blues-Ballade
  39. Mutter Erde   Song
  40. NO NAZI, NO WAR!   Reggae
  41. Nordicwalker haben alle Dreck am Stecken   Song
  42. Politik   Aphorismus
  43. Posthumer Brief eines Vaters an G.B   ungereimte Dezime
  44. Remote Execution   Gedicht
  45. Schokoladeneis mit Marzipan   Lied
  46. Sicherheit   Aphorismus
  47. Smart power crusade   Gedicht
  48. Smartphones zum Rauchen  
  49. Streikverbotsverbot   Gedicht
  50. Teure-Gummibärchen-Märchen   "Kinder"lied
  51. ÜberMacht   Agit-P(r)op
  52. Verrückt gemacht   Geflüster
  53. Vollmond   Gedicht
  54. Wahl-Spruch   Agit-P(r)op
  55. Watt'ndrama   Blues
  56. Was ist das?   Neuvertextung
  57. Wider-Sprüche   Spruch
  58. Wölfische Zeiten   Gedicht
  59. Wünsche   Song
  60. Yes, we can Moorhuhn!   Gedicht
  61. Yo quiero salir del mundo   Gedicht von José Martí
  62. Zuhause im Klapheckenhof   Chanson
  63. Zuhörerschelte   ungereimtes Sonett



In der Reihe "Leos unverfrorene Abgesänge" der
ABSÄNGEREI & BRASSENSERIE leo.kowald.org
sind 2014 bei Amazon als Taschenbuch erschienen:

Leo Kowald: Zieht euch warm an!
    Leos unverfrorene Abgesänge wider die heraufziehende Kälte
    Bestellung (36 Seiten Farbdruck, 9€) - MP3-Hörproben

Leobald Loewe: Brassens chanté en allemand
    32 Chansons von Georges Brassens und Anderen auf deutsch
    Bestellung (36 Seiten Farbdruck, 9€) - MP3-Hörproben



Creative Commons
2014 Absängerei & Brassenserie Leo Kowald, Gelsenkirchen.
Dieser Inhalt ist unter eine Creative Commons-Lizenz gestellt.
Diese Seite ist frei von GEMA- und VG-Wort-beherrschten Inhalten.
Nichtkommerzielle Wiedergabe in humanistischem Kontext erlaubt!

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Interview

(Oktober 2007)

Frage: Leo, Du präsentierst am Freitag, den 30. November im LaLoK Dein neues Programm "Herbstlich unverfrorene Abgesänge aus Gelsenkirchen". Was soll das bedeuten?

Leo K.: Es sind herbstliche Lieder, Lieder gegen die heraufziehende Kälte. Trotz (oder gar wegen?) angeblich schon erfolgter Klimakatastrophe wird es immer kälter in diesem Land, besonders hier bei uns in Gelsenkirchen! Ich singe teils neue, meist aber schon etwas ältere Ladenhüter aus dem Zwanzigsten Jahrhundert, die - frisch abgetaut und umverpackt - wieder dringend gebraucht werden, weil es uns heute an preiswerter frischer guter geistiger Nahrung mangelt. Gammelmusik aus Gelsenkirchen sozusagen! Ha ha ...

Frage: Was willst Du damit erreichen? Willst Du das Image unserer Stadt beschädigen?

Leo K.: Was ich erreichen will? Dass mein Publikum und ich sich nachher etwas besser fühlen und wir es ein paar Monate länger aushalten in dieser Stadt mit über 16 Prozent Arbeitslosigkeit und der überall zu bemerkenden Verwahrlosung und Verarmung. Im Ernst: Das Image der Stadt kann man nur verbessern, wenn man die Lebensbedingungen hier verbessert, sie menschlicher macht. Und dazu gehört auch Kultur, eine humanistische, erschwingliche Kultur. Und dazu eignen sich die Lieder von Georges Brassens in ganz besonderer Weise.

Frage: Der war doch ein Franzose, den versteht hier doch keiner?

Leo K.: Das ist das Problem, Brassens' Lieder kann man nur verstehen, wenn man den Text versteht. Und deswegen ist Georges Brassens bei uns eigentlich noch völlig unbekannt. Aber mein Freund Leobald Loewe hat sinngemäß originalgetreue und vor allem singbare freie Nachdichtungen gemacht, die ich vortragen werde, neben einer Übersetzungen der "öffentlichen Bänke" von Franz Josef Degenhardt.

Frage: Aber Brassens war doch kein politischer Liedermacher, oder?

Leo K.: Im strengeren Sinne nicht, und politische Parteien waren ihm ein Graus. Aber er war ein wirklich radikaler Humanist, würdiger Nachfolger Till Eulenspiegels und Fançois Villons. Er hasste Faschisten, Rassisten, Polizisten und Spießbürger und liebte die einfachen Menschen. Er hat versucht, ein Resonanzboden für ihre alltäglichen Freuden und auch Nöte zu sein und hat viel dazu beigetragen, Frankreich unregierbarer zu machen! Und genau das ist es, was wir dringend auch in Deutschland gebrauchen können und besonders hier in Gelsenkirchen. Damit es endlich wärmer wird bei uns!

Frage: Also: Her mit dem Klimawandel?

Leo K.: Ja, sicher, wir brauchen ihn, einen Klimawandel, dringend!

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@ufgestellt

(Ansage am 31.11.2007)

Meine schwer vermehrten Kundinnen und Kunden, ich habe Sie mir heute zusammengefunden, um Ihnen meine neueste programmatische Ausrichtung zu präsentieren.

Ich habe mich hier neu aufgestellt, um in Ihrem Focus zu spielen und zu singen und ohne viel Hokuspokus im lyrisch-musikalischen Bereich meine Kompetenz zu demonstrieren.

Mein Portfolio umfasst neben hauptsächlich französischen Chansons in deutscher Sprache sowie linksorientierter Satire altbewährtes und umfassend modernisiertes Agitations- und Propagandaliedgut, kurz Agitprop genannt. Neben authentisch eigenen Stücken bilden die Lieder von Georges Brassens insbesondere im zweiten Abschnitt des Abends den strategischen Haupt-Schwerpunkt.

Die Präsentation ist adressiert an ein anspruchsvolles, politisch vorgebildetes Publikum mit Abitur und einer Mindest-Mathematik-Zensur von 2+. Nur unter solchen Grundvoraussetzungen kann unter anderem die Vorlesung "Integration" verstanden und eine nachhaltige Kundenzufriedenheit sichergestellt werden.

Wir haben diesen Abend verschiedensten Geschäftspartnern und Mitarbeitern zu verdanken, zuallererst natürlich unserem Gastgeber "SJD - die Falken", der "Medizinischen Fußpflege Gaertig GmbH und Co KG" sowie "http-www-cevennen- ferienhaus-de" und nicht zuletzt auch der "Moder KG", mit denen im scharfen Wettbewerb des Kulturmarktes dieser Stadt mit vorzüglichster Organisation, Akzeptanz und Beratungskompetenz auf vielen Entwicklungsfeldern eine volks- orientierte und garnichtsversprechende strategische Partnerschaft eingeleitet werden konnte.

Ihnen wünsche ich für den Verlauf der Veranstaltung:
Vollste Zufriedenheit und angenehmste Unterhaltung!

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Zuhause im Klapheckenhof Laempel

(Leobald Loewe, Dez. 2008, Parodie auf
G. Brassens' La mauvaise reputation)

Zuhause im Klapheckenhof
hab’ ich 'n ziemlich schlechten Ruf
ich halt’ den Mund und müh’ mich sehr
aber ich gelt’ als, weiß nicht, wer!
Ach, ich tu’ doch niemandem 'was zu Leide
alldieweil ich auf meinem Holzweg bleibe
aber die Leute mögen nicht die
die andre Wege geh’n als sie
nein die Leute mögen nicht die
die andre Wege geh’n als sie
über mich reden alle schlecht
außer die Stummen - natürlich nicht!

Spielt der FC Schalke, bleib’
ich schön im Bett bei meinem Weib
kommt von draußen Torgeschrei
geht mir das glatt am Arsch vorbei!
Ach, ich bin doch nicht schon ein Volksverräter
nur weil ich nicht mitjuble beim Elfmeter
aber die Leute mögen nicht die
die andre Spiele spiel’n als sie
nein die Leute mögen nicht die
die andre Spiele spiel’n als sie
mit Fingern zeigen sie auf mich
die Amputierten - natürlich nicht!

Hör’ ich 'n Altbekannten, der
zieht über Asylanten her
misch’ ich mich ein, bin nicht mehr still
weil ich den Mist nicht hören will!
Ach, ich tret’ doch niemandem auf die Füße
nur weil ich den Ärmsten mich nicht verschließe
aber die Leute mögen es nicht
wenn man nicht ihre Sprache spricht
nein, die Leute mögen es nicht
wenn man nicht ihre Sprache spricht
Sie alle stürzen sich auf mich
außer die Krüppel - natürlich nicht!

Ich muss kein Zukunftsforscher sein
um euch mein Los zu prophezei’n:
Finden sie einen festen Strick
schlingen sie den um mein Genick!
Ach, ich mach doch niemandem je Probleme
nur weil ich die Wege nach Rom nicht nehme
aber die Leute mögen nicht die
die andre Wege geh’n als sie
nein, die Leute mögen nicht die
die andre Wege geh’n als sie
alle schau’n zu, wenn man mich hängt
außer die Blinden - wie man sich denkt!

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Moder KG

(1978)

"Kommen, sehen und siegen" war meine Devise
als Organisator von RATIO, was trifft mich die Krise,
zur Moder KG, Ausfahrt Erfelbach-Süd fuhr ich eben,
Termin mit Herrn Dressel, dem Leiter vom Rechnungswesen.      

"Kowald von RATIO-Computer, Termin mit Herrn Dressel!" -
"Moment noch, Herr Kowald, ja nehmen Sie bitte den Sessel,
Kaffe gefällig, Herr Dressel ist noch eine Weile
in einer Besprechung, ich hoffe Sie sind nicht in Eile."

Komm, sieh und siege,
ist meine Devise,
ich schau nur nach vorne,
was trifft mich die Krise?

In einem Büro, gelbe Wände, Gardinen, da saßen
ein Mann und vier Frauen, die scherzten und Törtchen aßen,
versteckte Romane in Stößen von Zetteln und Heftern,
dazwischen die ewigen Rechensklaven von gestern.

Die eine beschrieb rosa Zettel, die macht wohl die Löhne,
'ne andre besprach mit Kollegin die Leistung der Söhne,
die jüngste im Raum warf verträumte Blicke nach draußen
zur Autobahn hin, wo Kolonnen gen Süden brausten.

Komm, sieh und siege,
ist meine Devise,
ich schau nur nach vorne,
was trifft mich die Krise?

Die Struktogramme war'n fertiggestellt in acht Tagen,
geklärt waren bald auch die letzten, kleineren Fragen,
in dreieinhalb Monaten war's dann auch programmiert,
Computer getestet, geliefert und installiert.

Ein halbes Jahr später Herr Dressel am Telefon
von wegen Termin am zwölften um neune schon
ich sollte an diesem und jenem Programm noch 'was dreh'n
"Gewiss doch, Herr Dressel, bis dann und auf Wiederseh'n"

Komm, sieh und siege,
ist meine Devise,
ich schau nur nach vorne,
was trifft mich die Krise?

Am zwölften dann pünktlich zur Stell' in der Moder KG
ich komm' ins Büro - eben jenes - und was ich da seh'
graue Kästen und Bildschirme, Wände sind frisch gestrichen
Klimaanlage - mich hat so 'ne Ahnung beschlichen:

Zwei Schreibtische standen verloren in jenem Raum
die Kleine von damals, ich glaub, die erkannte mich kaum
da war noch ein Neuer, die übrigen waren vertrieben
ich kam, sah und stand da - wo sind bloß die andern geblieben?


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Die Brücke von Varvarin

(2000-2007)

In der serbischen Kleinstadt Varvarin am Ufer der Morava herrscht am 30. Mai 1999, eine Woche nach Pfingsten, sonntägliches Markttreiben. Der schon zehn Wochen andauernde NATO-Krieg gegen Jugoslawien scheint weit weg, Belgrad und der Kosovo sind jeweils 200 Kilometer entfernt.
Kurz nach 13 Uhr tauchen zwei F-16-Kampfflugzeuge der NATO am Himmel auf und feuern mit lasergesteuerten 2000-Pfund-Bomben auf die Brücke am Stadtrand, die direkt zum Marktplatz führt: Drei Menschen werden getötet, fünf weitere schwer verletzt. Dutzende Menschen laufen vom Markt zur Brücke, um zu helfen. Bei einem zweiten Angriff kurz darauf werden sieben Menschen getötet und zwölf erleiden schwere Verletzungen.

Der auf seinem Schleudersitz, könnte er die Schreie hören
könnte der auf seinem Schleudersitz die Schreie hören
würde er erschrocken umkehren und aufhören
Befehle auszuführen, Brücken zu zerstören
die uns gar nicht gehören und nicht zu uns führen?

Der auf dem Ministerstuhl, könnte er das Zittern spüren
könnte der auf dem Ministerstuhl das Zittern spüren
würde er sich erschüttert rühren und aufhören
Befehle zu beschließen, Länder zu beschießen
die sich nicht drohen ließen und nicht kaufen ließen?

Der auf Deiner Fernsehcouch, könnte er die Schmerzen fühlen
könnte der auf Deiner Fernsehcouch die Schmerzen fühlen
würde er dann endlich aufwachen und aufhören
die immer neu zu wählen, die Soldaten befehlen
Menschen zu vernichten, um Macht zu errichten?

Die Brücke sei ein legitimes militärisches Ziel gewesen, sagte NATO-Sprecher Jamie Shea nach dem Angriff. Doch in Varvarin befanden sich keine militä­rischen Einrichtungen. Die nächste Kaserne war 22 Kilometer entfernt. Die 75 Jahre alte Brücke hatte nur eine Traglast von zwölf Tonnen und wurde für Militärverkehr während des Krieges nicht genutzt. Auch Militärexperten sprechen von einem Kriegsverbrechen gegen Zivilisten.

Auch mit Fernsehleidensbildern kann man Kriege schüren
Kriegsminister können sie aus weichen Sesseln führen
und auf Schleudersitzen kann man bei dem Triebwerksdröhnen
nur noch funktionieren, so nur kann's passieren
dass Die beim Bombardieren da unten krepieren...

Hinterbliebene und Opfer aus Varvarin haben das NATO-Mitglied Deutschland auf rund 3,5 Millionen Euro Entschädigung verklagt. Deutschland habe mit den anderen NATO-Staaten diesen Angriff gemeinschaftlich beschlossen und müsse dafür haften. Die Klage wurde 2003 vom Landgericht Bonn 'im Namen des Volkes' abgewiesen.

... und die Mörder triumphieren ...

Gitarrenbegleitung (andante)
Am  Am7  Dm6  E7;  Am  F7+  Dm6  E7(9-);
A7  Dm   Ab°  - ;  -   G°   D7   F°    ;
C7  F7+  Am6  H7;  Dm6 Bb7(5-)!  -     ;
varvarin
varvarin-opfer
Quellen:
www.nato-tribunal-de und www.frieden-bonn.de, 2005
varvarin-plakat
Scharping, sofort AUFHöREN!

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5. Du sollst nicht mörkeln

WAZ-Leserbrief (vom 1.5.2003, unlührisches Gedicht)
Kölner Karnevalszug 2003
bush-merkel
Es sei daran erinnert, dass Frau Merkel für das
Blutvergießen im Irak persönlich mitverantwortlich ist:
SIE hat in der über Krieg und Frieden entscheidenden
Phase im März zweitausenddrei das Ultimatum der USA
"mit allen Konsequenzen" unterstützt, *
obwohl das Grundgesetz im Artikel sechsundzwanzig
Handlungen unter Strafe stellt, "die geeignet sind ...
die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten".

Laempel Der Irak-Krieg war nicht nur völkerrechtswidrig
(kein UNO-Mandat) und verfassungswidrig
(Angriffskrieg), keiner der offiziellen Kriegsgründe
war erfüllt: Der Irak hatte abgerüstet,
er hatte keine Massenvernichtungswaffen
und auch mit Al-Khaida nichts zu tun.
Der Krieg war ein blutiger Eroberungskrieg um Macht
und Öl mit viel zu vielen unschuldigen Opfern!

Zu den "Konsequenzen" der Frau Merkel sollte gehören
dass SIE sich sofort aus der Politik verabschiedet
und uns in Zukunft mit ihren Auftritten verschont!
Wie soll SIE denn jemals einen Amtseid leisten können,
"Schaden vom deutschen Volke abzuwenden",
"das Grundgesetz und die Gesetze der BRD zu achten"
und "Gerechtigkeit gegen Jedermann zu üben",
ohne sich zugleich zu "verschwören"?

SIE hat gezeigt, dass SIE jederzeit die Gewähr dafür bietet,
das Grundgesetz mit einer Rolle Klopapier zu verwechseln -
etwas, worauf man scheißen kann, wenns drauf ankommt!

*) CDU-Präsidiumsbeschluss vom 18.3. und Irak-Erklärung der CDU-Fraktion vom 19.3. jeweils auf Antrag von Angela Merkel. Am 20.3. überfielen die USA und ihre „Koalition der Willigen“ den Irak.

bush-merkel-kiss

Die Schnecke (Nachtrag vom 13.7.2006)

Habt Ihr sie gewählt, die dem Lügner
in den Hintern hat kriechen gemüsst?
Jetzt habt Ihr als Kanzlerin eine,
die den Mörder von vörne beküsst!

Die Willige (Nachtrag vom 24.7.2006)

In Beirut krepieren die Kinder wie Kröten,
kein Grund für SIE, dem entgegenzutreten,
SIE stimmt den Chor der Willigen ein:
"Solange Hisbollah sich wehren tut
sind Splitterbomben auf Wohnviertel gut!
Kein Waffenstillstand für Libanon, nein,
wir Willigen billigen Phosphor-Granaten
auf Viertel der Moslems, das schürt ihre Wut!"

Angelas Marschflugkörper (Nachtrag vom 1.10.2007)

"Um die Politik anderer Nationen zu beeinflussen
 um den Interessen und Werten der eigenen Nation zu dienen
 müssen alle Mittel in Betracht gezogen werden
 von freundlichen Worten bis zu Marschflugkörpern"
(Angela Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2004)

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Ängelchen fliech!

(Mai 2016)

Transporter fliech,
die Türken haben Kriech
in Kurdistan und Syrien,
da bringe deutsche Waffen hin,
Transporter fliech!

Ängelchen fliech,
zum Erdogan und kriech
ihm in den Diktatorenarsch,
damit er stoppt den Flüchtlingsmarsch,
Ängelchen fliech!

Transporter fliech,
sonst gibt es keinen Siech,
was Türken mit den Kurden tun,
ist Ängelchen nur opportun,
Transporter fliech!

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Bildhübsches Merkel

(Leobald Loewe, 15. 4. 2008, Parodie auf Une jolie fleur von Georges Brassens)

merkel-ausschnitt Nie auf der Welt kann ein Linkswähler sein
so blind wie ich Idiot mich hab' benommen
da fielen mir fast die Augen hinein
als ihrem Mieder sie zu nah gekommen

  Bildhübsches Merkel mit rosa Kuhhaut
  als schöne Blume geschminktes Biest
  das dich regiert wie man's keiner zutraut
  wobei du langsam zugrunde gehst!

Ich konnte an ihrer schlichten Gestalt
nie einen Flecken zarter Haut erblicken
nur fürs Regieren, da brauchen sie halt
kein Mädel, das schön nähen kann und stricken

  Bildhübsches Merkel...

Doch neulich hat sie ein Kleid ausgesucht
ließ ihre altbewährten Knöpfe knallen
als ich sie sah, hab' ich mich fast verschluckt
sie hatte mir noch nie so gut gefallen

  Bildhübsches Merkel...

Hat sie der Schöpfer mit Reizen bestückt!
Mich traf der Blitz, mein Herz fing an zu brennen
sie hat so viele, ich hab' nicht geblickt
nicht mehr gewusst, wohin mit meinen Stimmen

  Bildhübsches Merkel...

Laempel Wegen dem Bush war ich sauer, die Wut
ist nun verkohlt, ich hab' Hartz ihr vergeben
auch find' ich IH-RE-RE-FORMEN so gut
kann meine Stimme keiner Ander'n geben!

  Bildhübsches Merkel...

Une jolie Merkel

(Parodie sur Une joile fleur de Georges Brassens)

merkel-ausschnitt Jamais Outre-Rhin il n’y eut de votants
de gauche plus nuls que moi dans tous les âges
mais faut dire que j’ai perdu la raison
en regardant de trop près son corsage...

Une jolie Merkel dans une peau d’vache
une chancelière vachement décolletée
qui nous gouverne et tellement nous fâche
tant elle nous mèn’ par le bout du nez.

Je n’ai jamais découvert un éclat
de peau rosée au-dessous de sa coiffure
mais pour le gouvernement ils n’ont pas
besoin de filles expertes en couture.

Une jolie Merkel dans une peau d’vache...

Mais une soirée elle s’est mieux habillée
en robe du soir sans ces boutons habituels
quand je l’ai vue, je m’suis presqu' étouffé
je ne l’avais jamais vue, jamais vue si belle.

Une jolie Merkel dans une peau d’vache...

Le ciel l’avait pourvue des mille appâts
qui vous font prendre feu dès qu'on les aperçoit
ell' en a tant que dès lors je n'sais pas
je ne sais plus où faire dans les bull’tins mon choix.

Une jolie Merkel dans une peau d’vache. ..

Ell’ m’a fait dresser les ch’veux sur la tête
mais j’n’ai plus de rancun’ et j’lui pardonne
de mener toute l’Europe à la baguett’
du coup, je ne vot’rai plus pour personne.

Une jolie Merkel dans une peau d’vache
une chancelière vraiment déguisée
qui vous gouverne et toujours vous fâche
jusqu'au jour, où elle sera - licenciée!

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Deutscher Wahlkrampf Laempel

(Juli 2005)

Die "Reformen" war'n "gescheitert",
Rürup, Hartz, das Jammertal
ganz umsonst und nicht erheitert
muss das Volk erneut zur Wahl.
alt.: Sitz gemütlich ich beim Frühstück
       so vor meiner Tasse Tee,
       ist mein Blutdruck noch in Ordnung
       bis ich in die Zeitungs seh':

Wieder einmal geht's ums Ganze,
Umwelt, Zukunft, 's Kapital,
um Lohnnebenkostensenkung
und die Arbeitslosenzahl.

Aus der Glotze schallt es "Krrriiiese!"
"Hoch die Armut!" tittelt BILD,
alt.: Auf den Tittelseiten: „KRRIIESE!“
       Nummer zwo: „Rettet die Welt!“
"'s drohen große Katastrophen,
zahle Ablass, gib dein Geld!"

"Dein Erspartes ist heut' richtig
wichtig für die Konjunktur
Lohnerhöhung? Bist du irre?
Willst du Sozialismus pur?"

"Schulden? Feigling! Mach jetzt Umsatz
wer nicht kauft, ist unbeliebt,
Schluss mit lustig ist erst wenn man
in der Zinsenfalle klebt,
in der Zinsenfalle klebt!"
______________________________

"Wer das Tempo hier nicht mitgeht,
wird am Straßenrand entsorgt,
denk daran, die Rente ist von
deinen Enkeln nur geborgt!"

"Den Versagern, Alten, Kranken
keinen müden Euro mehr,
jeder sehe, wie er klarkommt,
das ist Zukunft, bitte sehr!"

"Für den Frieden schicken wir dann
mit dem eingesparten Geld
unsre Bundeswehrsoldaten
in die große weite Welt!"

Ganz verdattert steht der arme
Mann der Arbeit, aufgewacht,
vor den Scherben der Bescherung,
die ihm dieser Wahlkrampf macht.
alt.: Ganz verdattert les’ ich weiter
       mit ‘nem Puls von huntertacht-
       zig und raff’ nicht diesen Blödsinn
       doch da kommt mir ein Verdacht.

Und er ahnt: Auf seine Kosten
alt.: Und mir schwant: Auf meine Kosten
geht's mit List, Betrug, Verrat
um das alte Oben - Unten
und die ganze Macht im Staat,
um die ganze Macht im Staat!


Juli 2005: Der eigentliche Zweck der neoliberalen "Reformen", fette Profite für die "Global Player", wurde erreicht. Mit den durchaus einkalkulierten Folgen: Nachlassen der Binnennachfrage, Massenarmut und wachsende soziale Unsicherheit und Ungerechtigkeit. Die deutschen Konzerne platzen vor Konkurrenzfähigkeit und Exportüberschüssen (lesen Sie die Wirtschaftsseite!). Unsere Kassen sind leer, weil sie sie geplündert haben! Die Wirtschaftskrise findet nur bei den Arbeitern, Angestellten, Arbeitslosen, Rentnern, Kindern und Kranken statt. Womit dann schon der Vorwand für die nächste Runde im globalen Sozialdumping-Marathon geschaffen ist. Und man wird ihnen wieder glauben!

Nachtrag 2007: Inzwischen hat sich die Konjunktur von den "Reformen" erholt, dank der Auslandsnachfrage und weil sich die Kapitalflucht in die Billiglohnparadiese des ehemaligen Ostblocks (Siehe EU-Osterweiterung) totgelaufen hat. Nun heißt es, das sei ein Erfolg von "Hartz IV" gewesen! Welch zynischer Schwachsinn: Die armen Schlucker sollen die Konjunktur gerettet haben - bis zum nächsten Abschwung - und was dann?!

Nachtrag 2009: Jetzt rächt sich die schwache Binnennachfrage! Die Riesenprofite von gestern konnten nicht mehr gewinnbringend reinvestiert werden und wurden in riskanten Kreditgeschäften in den USA verzockt. Die im Inland nicht absetzbaren Produkte können auch in den USA und auch "auf Pump" nicht mehr losgeschlagen werden. Nun ist die Krise da, zunächst einmal bei den Banken und Reichen. Umso lauter ist das Jammern: Irrsinnige Mengen Geld der Steuerzahler werden "dringend" zur "Absicherung" der Profite von gestern "benötigt". Mit den durchaus einkalkulierten Folgen: Nachlassen der Binnennachfrage, Massenarmut und wachsende soziale Unsicherheit und Ungerechtigkeit... Und alles geht wieder von vorne los!

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Agenda '10 Laempel

(November 2006)

Wisst Ihr noch: Agenda 2010, unser großes Opfer für die
künftigen Generationen, für den Erhalt des Kosmos?
Nun - wo ist das Geld geblieben? Ich weiß es:


Chantal, komm her und mach's dir gemütlich,
wir tun uns ein wenig am Schampus gütlich,
denn Mädels, wir haben da heut' was zu feiern,
kommt näher zu mir, spielt mir an den Füßen

und macht's auch ein bisschen zwischen den Knien,
dann erzähl' ich euch 'was von AGENDA ZEHN,
wie wir das verblödete Volk abgezogen
haben bis dass sich die Balken bogen!

Ha Ha Ha Ha

Es gibt nicht nur Typen wie mich, die Gewinner,
sondern leider auch immer noch viel zu viel' Spinner,
die andauernd nur ihre Umwelt beschützen
und uns ansonsten nicht allzu viel nützen.

Wir hamm' uns gedacht, man bräuchte nur eben
den störrischen Eseln ihr'n Zucker zu geben,
dann fressen sie artig aus unseren Händen
und scheißen Dukaten mit ihren Lenden!

Ha Ha Ha Ha

Den'n hamm'wer gesagt, wir tun was für Kinder,
für die Enkel, die Alten, die Kranken, die Inder,
für Nachhaltigkeit und für besseres Klima,
ich glaube, das fanden die wirklich ganz prima!

Da kamen uns manche Flutkatastrophen
in den ärmeren Ländern gerad' wie gerufen,
wir haben uns heimlich ins Fäustchen gelacht
und den Leuten ein schlechtes Gewissen gemacht.

Ha Ha Ha Ha

Die glauben jetzt all'n Ernstes, Soli' zu üben,
wenn sie die Penunzen uns 'rüber schieben,
das Moos dieser redlichen Leute, heut' hamm'ers
auf Nummernkonten auf den Bahamas!

Ludmilla, komm trink mit mir auf unser Wohl,
auf Münte und Merkel, auf Hartz* und den Kohl,
Lolita, du Ferkel, nein, lass das jetzt sein,
du saust mir ja alles mit Schampus ein!

Ha Ha Ha Ha

*) Peter Hartz wurde im Januar 2006 nach einem Kuhhandel mit den Richtern wegen Bestechung und "Untreue" zu zwei Jahren Gefängnis "auf Bewährung" verurteilt: Der Duz-Freund und Berater Gerhard Schröders war bis vor einigen Jahren Personalvorstand bei VW, als fast der ganze Konzernbetriebsrat u.a. mit Lust-Reisen nach Brasilien und Millionen-Geschenken bestochen wurde, um zu - gelinde gesagt - originellen Tarifabschlüssen zu kommen. Peter Hartz war als Leiter der so genannten Hartz-Kommision der wichtigste Akteur der AGENDA-2010 der rot-grünen Koaltion 1998-2005 unter Kanzler Schröder und persönlich verantwortlich für viele Grausamkeiten in den Teilgesetzen "Hartz I" bis "Hartz IV".

Sich die in den Nachkriegsjahren teilweise hart erkämpften sozialen Rechte im Handstreich nehmen zu lassen, war wohl das Dümmste, was man unseren nachkommenden Generationen antun konnte. Man hätte ihnen eher etwas Gutes getan, wenn man diese Rechte erhalten hätte, damit sie später nicht ganz mit leeren Händen da stehen. Denn keinen müden Cent, um den uns Rot-Grün-Schwarz-Gelb im Namen der Nachhaltigkeit mit der AGENDA 2010 betrogen hat, werden unsere Kindeskinder je zu sehen bekommen! Das Geld ist nachhaltig (=für immer) weg!

"Eine Person bedarf in diesem Zusammenhang besonderer Erwähnung: José Piñera und sein 'International Center for Pension Reform'. Jesé Piñera war Arbeitsminister unter Chiles Diktator Pinochet und hat in dieser Funktion den Arbeitnehmern dort 1980 die private Vorsorge aufgezwungen - mit all den damit verbundenen Nachteilen für die Mehrheit der Chilenen. Piñera ist seitdem als Lobbyist und Propagandist der Privatvorsorge und der internationalen Finanzindustrie tätig. Er rühmt sich der Beratung vieler Länder und Regierungen bei ihrem Weg zur Ablösung sozialer Sicherungssysteme und der Einführung privater Rentenversicherungen: In Südamerika und Osteuropa, in Großbritannien und Australien, in Kasachstan und auch bei uns in Deutschland hat er Spuren hinterlassen. Was er zum Beispiel in einem Artikel für das Wallstreet Journal Europe am 25. Juni 1998 über das angebliche Scheitern des Umlageverfahrens und die Vorteile des Kapitaldeckungsverfahrens geschrieben hat, findet sich nahezu wortgleich in den Äußerungen von Schwarz und Gelb, von Rot und Grün in Deutschlands Renten- und Demographiedebatte wieder. Wer sich durch die Seiten seiner hompage www.pensionreform.org klickt, der bekommt einen zugleich umfassenden wie bedrückenden Eindruck von der Dimension und dem weltumspannenden Charakter seiner Aktivitäten. Der Arbeitsminister Pinochets als Ghostwriter einer rot-grünen Koalition in Deutschland - das hätte ich mir noch vor zehn Jahren nicht einmal in einem sehr schlechten Traum vorstellen können. Doch die Parallelen gehen bis in die Terminologie: Auf seiner persönlichen Website www.josepinera.com präsentierte Piñera im Mai 2004 die 'Agenda Chile 2010'." (aus "Die Reform-Lüge" von Albrecht Müller, Droemer, 2004)

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Kriminelle Wirtschaftsweise Laempel

(September 2006)

Am 8. September 2006 empfahl der so genannte
"Rat der Wirtschaftsweisen" in einem Gutachten,
das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent zu senken.


Dieser so genannten Wirtschaftsweisen
Vorschlag ist nicht wirklich weise
sondern kriminell !

Und das kann ich auch beweisen:

Wovon sollen denn die Arbeitslosen
leben, wenn sie nur Almosen,
statt ihr Recht auf Lohn erhalten,
wenn die ihnen von dem Lebensmittel,
das sie brauchen, fast ein Drittel
tückisch wollen vorenthalten ?

Sollen sie, die keine Möglichkeiten
seh'n, ihr Leben zu bestreiten,
sich etwa das Leben nehmen ?
Soll'n sie Fehlendes bei Freunden borgen,
betteln, schnorren, schwarz besorgen
und dabei zu Tod' sich schämen ?

[   Wovon sollen denn die Arbeitslosen ...

Sollen sie für Sklavenhalter jobben,
für ein' Euro Steine kloppen,
ausgenützt zum Löhne Drücken ?
Oder soll'n sie um's Budget zu schonen
in vermufften Buden wohnen
oder unter Bahnhofsbrücken?     ]

Wovon sollen denn die Arbeitslosen...

Soll'n sie alles, was sie noch besitzen,    
bei den Pfandleihern versetzen
und am Straßenrand verkaufen ?
Oder sollen sie sich isolieren,
um nur hinzuvegetieren
und sich täglich zu besaufen ?

Freilich gäb's zu dieser primitiven
Armenhatz Alternativen,
wenn man sie nur denken wollte !
Wenn man in den wirtschaftsweisen Kreisen
Menschenrechten einen leisen
Funken Interesse zollte !

Wir sollten die gewissenlosen großen
Geister von den Sockeln stoßen
und für ihre Worte strafen,
wenn sie einfach nur die Klappe hielten,
statt aufs Geld der Armen schielten,
könnten die schon besser schlafen !

Wovon sollen denn die Arbeitslosen...

Will man Menschen in die Enge treiben
bis keine fairen Möglichkeiten übrig bleiben,      

ist das wirklich kriminell !


Der "Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung", oder auch "Rat der Wirtschafts­weisen" genannt, ist eine Kommission von 5 Wirtschaftsprofessoren, deren Mitglieder von der Bundesregierung ernannt werden. Ihm gehören an: Professor Dr. Dr. h.c. Bert Rürup(Vorsitzender), der auch Vorsitzender der "Kommission für die Nachhaltigkeit(!) in der Finanzierung der Sozialen Sicherungs­systeme" ist, Professor Dr. Peter Bofinger, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz, Professorin Dr. Beatrice Weder di Mauro und Professor Dr. Wolfgang Wiegard. In einem der Bundesregierung am 8. September 2006 vorgelegten Gutachten, welches von allen "Weisen" mit Ausnahme von Peter Bofinger unterstützt wird, fordern sie, das ALG II um satte 30 Prozent zu senken und das Höchsteinkommen bei Minijobs von 400 auf 200 Euro zu halbieren. Neben den Einsparungen beim ALG II wird damit das Ziel verfolgt, erwerbslos gewordene in den Billiglohnsektor hineinzu­drängen. Den Hartz-IV-Empfängern soll ein Lebensunterhalt aus staatlichen Leistungen (trotz grundgesetzlich garantiertem Existenz­Minimum) unmöglich gemacht werden. Offenbar wollen sie die Worte von Franz Müntefering** "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" nun in die Tat umsetzen. Die SPD lehnte diesen Vorstoß, zumindest verbal, "scharf" ab.

"Die sogenannten Wirtschaftsweisen plädieren für soziales Elend", sagte Werner Rätz vom attac-Koordinierungskreis. "Profite gehen für sie vor Menschen; die Menschen sollen ihrer Ansicht nach für die Wirtschaft da sein statt umgekehrt."

In dem neuesten Gutachten fordern vier der fünf Mitglieder des Sachverständigenrates, das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent zu senken. Von dieser und weiteren Maßnahmen erhofft sich die Mehrheit des Gremiums rund 350.000 neue Stellen für Gering­qualifizierte und Langzeitarbeitslose. Der fünfte Sachverständige, Peter Bofinger, hat sich von den Vorschlägen seiner Kollegen distanziert und ein Minderheitsgutachten angekündigt.

"Mit dem nun vorgelegten Mehrheits-Gutachten haben die gebetsmühlenartig geforderten Schikanen gegen Arbeitslose eine neue Qualität erreicht", sagte Werner Rätz. Bereits in seiner jetzigen Form liege der Regelsatz für das Arbeitslosengeld II (Regelsatz von 345 Euro im Monat plus 317 Euro für Miete und Heizung) deutlich unter der von der Europäischen Union für Deutschland definierten Armutsgrenze von 930 Euro netto monatlich. Nach einer Kürzung um 30 Prozent würde der Regelsatz des ALG II auf 241 Euro monatlich sinken. Werner Rätz: "Dieses Gutachten tritt offen für eine Verletzung der sozialen und wirtschaftlichen Menschenrechte ein. Offenbar sollen sie für Arbeitslose in Deutschland nicht gelten.

(Aus http://www.carelounge.de/sozialberufe/news/news_ansehen.php?meldungID=1568)

Britta Könemann: "Der verfassungsunmittelbare Anspruch auf das Existenzminimum". Zum Einfluss von Menschenwürde und Sozialstaatsprinzip auf die Sozialhilfe, Studien zum Sozialrecht, Band 2, Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2005, 210 Seiten, ISBN-13: 978-3-8300-2047-9, ISBN-10: 3-8300-2047-3, Preis: 75,- Euro (!)

Die Arbeit untersucht, ob Bedürftige mehr Sozialhilfe bzw. Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") einklagen können, als die Regelsätze nach dem Sozialgesetzbuch vorsehen. Dies gelingt unter Berufung direkt auf das Grundgesetz. Eine umfassende Analyse der Verfassung zeigt, dass Art. 1 Abs. 1 GG (Menschenwürde) und das Sozialstaats­prinzip den Bedürftigen Ansprüche auf die Mittel zur Persönlichkeitsentfaltung und Teilhabe am allgemeinen Wohlstand verschaffen. Grundsätzlich bleiben die verfassungsunmittelbaren Ansprüche zwar ohne praktischen Nutzen. Aufgrund ihrer Unbestimmtheit bedürfen sie der Konkretisierung, was Aufgabe des Gesetzgebers ist. Die Regelungen im Sozialgesetzbuch und die hierzu ergangenen Verordnungen bestimmen daher in der Regel auch den Umfang der Verfassungsansprüche.

Die aktuellen Regelsätze sind jedoch rechtswidrig. Das jüngst vom Verordnungsgeber bestimmte Verfahren zur Regelsatzermittlung wurde bei der Festsetzung der Regelsätze nicht eingehalten. Die so entstandene Regelungslücke aktiviert den verfassungsrechtlichen Anspruch auf das Existenzminimum. Die Gerichte können nunmehr unmittelbar unter Berufung auf das Grundgesetz Sozialhilfeleistungen festsetzen. Anhaltspunkt bei der gerichtlichen Bestimmung der Regelsätze müssen die rechtmäßigen Wertungen des Verordnungsgebers sein. Bei korrekter Umsetzung des Verfahrens müssen die Gerichte deutlich höhere Regelsätze (etwa 200 bis 300 Euro mehr) zusprechen, als die Regelsatzfestsetzungen durch die Länder vorsehen.

Das aus dem Grundgesetz einklagbare Existenzminimum von mindestens 537 Euro hat Relevanz nicht nur für die rund 5 Millionen Bedürftigen, sondern auch für das Steuer- und Unterhaltsrecht, die Pfändungsfreigrenzen und die Lohn- und Gehaltsstruktur der Bundesrepublik. Angesichts dieser juristischen und wirtschaftlichen Tragweite, der gesellschaftlichen Diskussion und der politischen Debatte über die Richtigkeit von "Hartz IV" wird diese Arbeit einige Resonanz hervorrufen.

(Aus einer Buchbesprechung des Verlages: http://www.verlagdrkovac.de/3-8300-2047-3.htm)

Zur "geschichtlichen Laufbahn des Kapitals" bemerkt Rosa Luxemburg, einen Satz von Karl Marx fortführend, dieses sei nicht nur "aus allen Poren blut- und schmutztriefend zur Welt" gekommen, sondern es setze sich derart auch "Schritt für Schritt in der Welt durch". Die bürgerlich-liberale Theorie habe nur die eine Seite des historischen und aktuellen Prozesses im Blick, den "friedlichen Wettbewerb" und Warenaustausch auf dem Markt, das gleiche Eigentumsrecht. Die andere Seite der Kapitalakkumulation sei die, wo "ganz unverhüllt und offen Gewalt, Betrug, Bedrückung und Plünderung zutagetreten", und es koste gedankliche Mühe, unter "diesem Wust der politischen Gewaltakte und Kraftproben", der kolonialen Zugriffe und Kriege "die strengen Gesetze des ökonomischen Prozesses aufzufinden".

Die gewalttätige, kriminelle Seite der Kapitalismusgeschichte zeigt sich nach Rosa Luxemburg vor allem dort, wo die kapitalistische Wirtschaftsweise sich daran macht oder darauf aus ist, nicht-kapitalistische Produktionsformen zu zerstören und damit die eigene Machtsphäre auszuweiten, aber auch dann, wenn rivalisierende Kapitalgruppen nationalstaatliche Politik dazu einsetzen, die Interessensphären weltweit neu zu verteilen. (aus http://www.linksnet.de/artikel.php?id=1580)

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ÜberMacht

(Juli 2005)

Geheimdienste, Firmen, Banken, Partei'n,
Agenturen, Banden, Kartelle, Kanzlei'n,
Behörden, Kirchen, Verlage, Dynastien,
Konzerne, Staaten, Verbände, Armeen

mit
Beratern, Künstlern, Vertretern, Lobbyisten,
Soldaten, Killern, Philosophen, Juristen,
Professoren, Priestern, Politikern, Polizisten,
Spionen, Managern, Räubern, Journalisten

mit
Gefängnissen, Medien, Arbeitsplätzen, Religion,
Universitäten, Bomben, Fabriken, Munition,
Ländereien, Netzen, Reaktoren, Medizin,
Raketen, Software, Satelliten, Strategien

mit
Propaganda, Krieg, Betrug, Isolation,
Bedrohung, Tarnung, Verführung, Korruption,
erpressung, Folter, Verleumdung, Hohn,
Unterdrückung, Fälschung, Mord, Manipulation

mit
Energie, Härte, Konsequenz, Brutalität,
Willenskraft, Geduld, Arroganz, Flexibilität,
Entschlossenheit, Wissen, Intelligenz, Autorität,
Verschlagenheit, Kühnheit, Geiz, Professionalität

gegen
Dich, Dich, Dich und Dich, Dich, Dich, Dich und Dich,
Dich, Dich, Dich und Dich, Dich, Dich, Dich und Dich,
Dich, Dich, Dich und Dich, Dich, Dich, Dich und Dich,
Dich, Dich, Dich und Dich, Dich, Dich, Dich und auch MICH

mit
Furcht, Sorgen, Großzügigkeit,
Zweifeln, Güte, Harmlosigkeit,
Schwächen, Halbwissen, Leichtgläubigkeit,

mit
Naivität, Weichheit, Unbeständigkeit,
Verständnis, Moral, Bescheidenheit
Hoffnungen, Träume, Unsicherheit,

mit
Gemeinschaftssinn, Verlässlichkeit,
Harmoniebedürfnis, Vergesslichkeit,
Phantasie, Humor, Verletzlichkeit,

mit
Schwester-, Väter-, Mütterlichkeit,
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit,
Liebe, Freundschaft, Menschlichkeit

und
Solidarität?


rettet-den-kapitalismus

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Politik

(August 2005)

Im Gefecht um Interessen
- was sonst wäre Politik? -
geht's um Hungern oder Fressen
und der (Klügere gibt nach?)
                      Schlauere gewinnt!
                      Wer aber nicht weiß
                      was er will,
                      bekommt weniger
                      als er verdient.

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Bange Laempel

(September 2006, 5 1/2 Jahre vor Fukushima)

Das Geschäft mit der Angst boomt. Die Massenmedien scheinen es inzwischen für ihre wichtigste Aufgabe zu halten, die Menschen in Alarm zu halten, in einem Zustand permanenter Angst und Panik.

Wäre ihm nicht angst und bange
vor dem bösen Terrorist',
würde er sich doch empören,
wenn sie ihn im Haus abhören,
nur weil er ein Roterrr ist.

Wäre ihr nicht angst und bange
vor der Klimakatastrophe,
würde sie nicht anstandsweise
zahlen diese Brennstoffpreise
wegen lauter Unkenrufe.

Wäre dir nicht angst und bange
vor dem Arbeitsplatzverlust,
würdest Du Dir nicht verkneifen,
auf den miesen Job zu pfeifen,
den Du g'rade machen musst.

Wäre mir nicht angst und bange
vor dem Teufel nach dem Tod,
würde ich MEIN Leben führen
und nicht auf den Ratzi* hören
und sein Denk- und Spaßverbot

Die uns angst und bange machen**
leben gut mit Sicherheit,
machen Kohle, Kriege, Dramen,
saufen Wein mit feinen Damen
in Florída, wo's nie schneit.

Macht euch einer Angst und Bange<,br> prüft, was der im Schilde führt:
Es sind oft die grÖßten Elche,
die nicht kosten von dem Kelche.
den man uns zum Trunk serviert!


bange-noten
*) Josef Kardinal Ratzinger, dem heutigen Pabst Benedikt XVI, wurde im Januar 1989 von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla für "besondere Verdienste um den Humor" der Karl-Valentin-Orden verliehen. Armer Karl!

**) Und so wirds gemacht:
Beschwöre ein Problem, das du dem eig'nen Tun verdankst
( und gegen das man auch nichts tun kann, ohne sich selbst in Frage zu stellen )
und mach den Leuten damit  A n g s t ,
dann kannst du ihnen nehmen, was immer du verlangst!

( indem du von den Ursachen ablenkende, untaugliche "Lösungen" propagierst, die vornehmlich den eigenen Interessen dienen )

  Beispiele:
  • Arbeitslosigkeit -> Lohnnebenkostensenkung
  • Klima-Katastrophe -> Atomkraftwerke
  • Terrorismus-Bedrohung -> Demokratieabbau
  • Demographischer Wandel -> Sozialabbau.
  Zielführender wären beispielsweise:
  • Eine Stärkung der Massenkaufkraft durch Steuerentlastung niedriger Einkommen und aktive Lohnpolitik
  • Langfristige, geduldige Förderung alternativer Energiequellen und Vermeidung hektischer Verschlimmbesserungen
  • Zivile Krisenprävention und Konfliktlösung, aktive Entwicklungshilfe- und Friedenspolitik
  • Gute und billige öffentliche Dienstleistungen, Bekämpfung der Armut und des Rassismus, humane Einwanderungspolitik
  Sorgen machen sollten wir uns statt dessen über
  • das immer weiter um sich greifende Massenelend gerade auch bei uns
  • die Dominanz der USA, die gerade dabei sind, eine globale Militärdiktatur zu errichten
  • die gerade wieder zunehmende Gefahr der Vernichtung der Zivilisation durch Atom- und Bio-Waffen
  • die Aktivitäten globaler Biotech-Konzerne wie z.B. Monsanto, die gerade dabei sind, der Natur nachhaltigen Schaden zuzufügen durch die unkontrollierbare Freisetzung von genmanipulierten Pflanzen und Tieren

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Verrückt gemacht Laempel

(Geflüster, März 2009, zwei Jahre vor Fukushima)

Das folgende Traktat kann wegen des in Deutschland derzeit herrschenden Meinungsklimas nur flüsternd vorgetragen werden

Vor Jahren erfuhr'n wir, dass unsere Erde
im Laufe der Zeit immer wärmer werde
und kluge Forscher fanden heraus,
die Ursache kommt auch aus Schornsteinen 'raus.
Sie brachten's im Wetter um fünf vor halb acht
und haben darum nicht viel Wind gemacht.

Sie wussten, das Klima ist eher apathisch
es ändert sich langsam und selten dramatisch
kaum messbar, nur schleichend, in Hunderten Jahren
hat Mensch und Natur Zeit, auf seine Gefahren
sich vorzubereiten, es wär' doch zum Lachen
die Leute deswegen verrückt zu machen.

Doch dann eines Abends begannen die großen
Serien zu klimatischen Katastrophen,
fast jedes siebente Wort war "dramatisch",
Schauspieler schauten besorgt und sympathisch,
nach der Tagesschau, viertel nach acht,
da haben sie alle verrückt gemacht.

Da krochen auf einmal aus all' ihren Löchern
die Hinz und Kunz mit den richtigen Riechern
um sich diese Furcht vor Naturkatastrophen
zu nutze zu machen, den göttlichen Strafen,
gerad' so wie Pfaffen und Sektenpropheten
schon immer den Leuten die Köpfe verdrehten.

Dank hochkarätiger Meinungsführer
und eifriger Klimamodellprogrammierer
gelang es sogar der Atomfakultät
mit einer neuen Identität
als Umweltapostel trotz peinlicher Pannen
die Medien vor ihren Karren zu spannen

Die priesen sie nun als das kleinere Übel,
und kürten die steinalte Kohle zum Düwel,
Tschernobyl wurde hinwegdiskutiert,
der Atomausstieg problematisiert.
Der Ausstieg vom Ausstieg ist das, was sie wollen
sie halten uns für verrückt, die Tollen!

Die ausstiegsbedrohten Atomstromkonzerne
- ein Konzept für ihr'n Abfall, das hätten sie gerne -
gehör'n selbst nach bürgerlichsten Grundsätzen
enteignet, verstaatlicht, entflochten, in Fetzen.
Das weiß auch die Merkel und ihre Knaben
ja, woll'n sie uns darum zum Besten haben?

"Klima, Gerechtigkeit, Freiheit" für morgen,
das ist's, worum sich "DIE GRÜNEN" heut' sorgen!
Potz Biorapsdiesel, ich kann es nicht fassen,
wo haben die bloß ihre Umwelt gelassen?
Mir regt sich bei diesem Programm der Verdacht:
Die haben sich selber verrückt gemacht!

Seit wann ist die Witterung Schuld an den Plagen
der Menschheit, sind jetzt die uralten Fragen
zu Ausbeutung, Unwissenheit, Elend der Massen
zweitrangig, eigene Kriege vergessen
in Serbien und in Afghanistan?
Stellt man das alles nun hinten an?

"Moment mal," so hör ich's im Publikum sagen:
"Sind Umwelt und Klima nicht wichtige Fragen?"
Natürlich! Nur her mit der Sonnen- und Windkraft
und allem, was spart und nachhaltig Sinn macht
doch sind es nicht eben die selben Figüren
die sich vor der Welt als ihr Retter aufführen...

... und mit aller Gewalt die Konzerne beschützen
die Mensch und Natur nur als Rohstoff benützen?
"Weil die richtige Lösung von diesem Problem
die soll'n wir vergessen, die soll'n wir vergessen
weil die richtige Lösung von diesem Problem
ist für einige, aber nur für sehr wenige, nicht angenehm
."
(Zitat aus Monopoly von Franz Josef Degenhardt)

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Wattendrama Laempel

(März 2007, 4 Jahre vor Fukushima)

Was stört den Bär
im Arktismeer
im Sommer sehr
das große Wattendrama?

Was spült den Wurm
im Regensturm
vom Eifelturm
das große Wattendrama?

Was schmelzt das Eis
und macht den Preis
des Öls so heiß
das große Wattendrama?
___

Was macht dir Angst
wenn du betankst
bezahlst und dankst
das große Wattendrama?

Verschwendung tut
im Übermut
nur selten gut
auch ohne Wattendrama.

Dass Hungertod
und Krieg und Not
noch Menschen droht
das ist mein Wattendrama!
___

Der alte Hut
Atom sei gut
vor Sündenflut
im großen Wattendrama?

Kommt's nicht auch vor
dass Reaktor-
en GAU'n ums Ohr
trotz großem Wattendrama?

War nicht der Müll
von Tschernobyl
schon viel zu viel
ein Riesen-Wattendrama?
___

Auf lange Sicht
wär's schon nicht schlecht
fürs täglich' Licht
was Neues zu ersinnen

Nicht bang und taub
und ohne Raub-
bau sollte, glaub'
ich, das auch bald gelingen

Wenn nicht vorher
in atomar-
en Schlachten der
Ressourcen wegen wir
die letzte Kater-Strophe singen!

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Drei-Spruch

(Blues, Oktober 2009)

Ihr Guten, glaubt ihr noch
die Liebe sei der Sinn des Lebens ?
Ein unbedachtes Wort und
Mühen beider sind vergebens !

Und glaubt ihr auch, das Geld
diene dem Menschen nur zum Wohle ?
Es geht dem Menschen umgekehrt
bei jedem Furz um Kohle !

Und glaubt ihr gar, die Reichen
sei'n Wohltäter für die Armen ?
Ein Reicher wär nicht länger reicher,
hätt' er mehr Erbarmen!

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Integration

(Oktober 2006)

integration-kopftuch
(Leo setzt sich ein Kopftuch auf)


In der Mathematik ist die Integration die Umkehrung der Differenzierung und umgekehrt.

Man differenziert, in dem man aus dem Verlauf des Ganzen die Veränderungen herausarbeitet und man integriert, in dem man aus den Veränderungen den Verlauf des Ganzen rekonstruiert.

Ergebnis der Differenzierung ist die Ableitung, das der Integration? Das Integral! Anschaulich bedeutet die Ableitung die Steigung einer Kurve an einer Stelle, das Integral die eingeschlossene Fläche unter einem ganzen Kurvenabschnitt.

Aber das ist nicht lustig.

Im wirklichen Leben bedeutet Integration?
Genauso die Umkehrung der Differenzierung!

Wo aber in der Mathematik die Unterschiede aufaddiert werden, werden im wirklichen Leben die Unterschiede eliminiert.

Zum Beispiel wird dann aus einer islamischen Türkin?

(Leo nimmt sich das Tuch wieder ab)
Ein lahmer Deutscher!

Und aus einem deutschen Kommunisten, Zigeuner oder Juden?
Auch ein lahmer Deutscher! Ergebnis: Der gute christliche deutsche Islahm mit H!

Nur der deutsche Rassist bleibt wie er ist und darf weiter "Ausländer raus!" brüllen.

Würden in der Mathematik bei der Integration die Differenzen nicht hinzugezählt,
sondern beseitigt, dann wäre das Ergebnis?

Immer eine konstante Funktion: f(x)=K!
integration-zylinder
Das bedeutet: Keine Veränderung, Stagnation, und im Falle K=Z wie Zero?

Die so genannte Null- oder auch K-Z-Funktion!
Und die ist erstmal lahm! Und das ist auch nicht lustig.

Abwechslungsreicher wäre es, wenn im wirklichen Leben die Unterschiede so wie in der Mathematik


(Leo setzt sich das Kopftuch, eine Baskenmütze und einen Zylinder auf)

alle aufsummiert würden. Und das fänd ich auch viel lustiger!

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Yo quiero salir del mundo

(Josè Martì, Cuba, 1890)

Yo quiero salir del mundo
por la puerta natural
en un carro de hojas verdes
a morir me han de llevar.

No me pongan en lo oscuro
a morir como un traidor.
Yo soy bueno, y como bueno moriré
De cara al sol!

Ich möchte die Welt verlassen
durch die Pforte der Natur
und ein grün geschmückter Wagen
fahre mich zum Sterben vor.

Sperrt mich nicht wie einen Schurken
ins Dunkle einer Gruft.
Ich bin gut, so legt zum Sterben
mein Gesicht ins Sonnenlicht!

(Nachdichtung Jan. 2009)

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Mein Fluss

(2002-2008)

Passt auch zur Musik "Follow your heart" von John Mc. Laughlin

Auf den Fluss zu
meinen Füßen
schau ich wie die
Wellen fließen,
ziehen voran:
Auf noch unsicht-
bare Ufer
treiben sie
zu
.

Dort im Flimmern
seh’ ich vieles
statt nur eines
festen Zieles
wirbelnd bewegt:
Ohne Kompass,
ohne Sterne
fahr' ich
los
!

Und die Zeit ist
kaum zu spüren,
in der Stille
kann ich hören
wie es mich treibt:
Diesem Taktschlag
meines Lebens
folg' ich
nur
.

Eigene Vertonung, Gitarrenbegleitung (3+2+3+3=11/8-Takt):
A7  / /  A7  /  A7  / /  Em7 / /,  A7  / /  A7  /  A7  / /  Em7 / /,
A7  / /  A7  /  A7  / /  Em7 / /,  A7  / /  A7  /  A7  / /  Em7 / /;
A7  / /  A7  /  A7  / /  Em7 / /,  A7  / /  A7  /  A7  / /  Em7 / /,
A7  / /  A7  /  A7  / /  Em7 / /,  A7  / /  A7  /  A7  / /  A7  / /;
D97 / /  D97 /  D97 / /  G6  / /,  D97 / /  D97 /  D97 / /  Em7 / /,
A7  / /  A7  /  A7  / /  Em7 / /,  A7  / /  A7  /  A7  / /  A7  / /;
Em7 / /  Em7 /  Em7 / /  E7  / /,  D9  / /  D9  /  A7  / /  A7  / /,  
E   / /  E   /  E   / /  G6  / /,  E   / /  E   /  E   / /  G6  / /;

Ma rivière

(Juni 2015)

Je regarde
ma rivière
oû les vagues
lèchent les pierres
dans le courant:
Vers des rives
invisibles
elles
flottent
.

Je repère
sous la brume
plus d'une cible
dans l'écume
tourbillonnante:
Sans boussole
sans étoiles
je m'em-
barque
!

Et le temps n'est
plus sensible
dans le calme il
est audible
ce qui me pousse:
Cette horloge,
ma cadence,
je la
suis
.

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Entscheidung

(Februar 1982)

Mein Kopf ist so leer, ich träume nicht mehr,
viele Wochen schon sind so vergangen,
in der Kehle ein Kloß, wie finde ich bloß,
was bei Dir mich hält so gefangen?

Spürst Du nicht wie ich, wie Furcht innerlich
die trauliche Nähe zerspaltet,
wie kalt und gemein, ein Dämon aus Stein
die Tage so sinnlos verwaltet?

Das Leben verrinnt, wenn wir tatenlos sind
und treiben im Strom des Normalen.
Und nur jenes wird gut, was gemeinsam man tut,
das versprachen wir uns vor zehn Jahren.

Wir gelobten so leicht: Gebt auf, was erreicht,
verbessert den Rumpf, die Motoren,
haltet Werkzeug bereit, verliert keine Zeit,
denn das Leben wird täglich geboren.

Doch die Angst ist nun da, und allmählich wird klar,
dass wir uns von uns selber entfernen.
Ich werd' stumm und verliere die Hoffnung und wir
überlassen die Zukunft den Sternen!

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Der Fluss

(2002-2006)

Musik nach J. Brahms, Symphonie Nr.3, Satz 3

Schon seit dem fünften Jahr
nach dem Krieg bin ich da
steckte früh Schläge ein
war zu klein um stark zu sein

Lernte schnell wie im Spiel
kämpfte um Achtung viel
war die Furcht mir vertraut
fühlte selten warme Haut

Und ich träumte vom Fluss
der am Ende ins
Meer fließen
muss

Ging hinauf bis zur Schweiz
und erfuhr Liebesreiz
eine Frau nahm mich hin
Kinder gaben neuen Sinn

Es war kein leichtes Spiel
ich sah nicht mehr das Ziel
und im Streit ging ich fort
dabei fiel kaum ein Wort

Und ich wollte zum Fluss
der am Ende ins
Meer fließen
muss

Als ich dann zu Dir kam
war noch viel Schmerz und Scham
nun ist mir nicht mehr kalt
und mit Dir werd' ich alt

Und wir fahren den Fluss
der am Ende ins
Meer fließen
muss

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Wünsche

(Januar 2006)

Hätt' einen Wunsch ich frei, dann - hätt' ich gern'
ein wenig Zeit, um ich selbst und faul zu sein
nicht mehr zu tun, was mir nicht wichtig war
und ruh'n zu lassen, was geschah

Mich auch mit meinen alten Macken zu versöhnen,
nicht vergessen oder brillenrosa tönen     
und meinen Kindern großen Dank zu sagen
gab ihnen früh und viel zu tragen

Mit klarem Kopf, gesundem Leib, nicht ohne Geld
mit Lust auf Menschen, die Natur, die halbe Welt
das ganze Elend nicht nur wegzuschalten
mich nicht nur müde 'rauszuhalten

Weiter zu suchen und den Mut nicht zu verlieren
Altes aufzugeben, Neues zu probieren
und mit Dir so wie in den schönsten Jahren
den wilden Fluss hinab zu fahren

Mit Dir den Abend zu beschließen
mit Dir erleben, singen, träumen und genießen
ein wenig mehr von der verrückten Welt zu seh'n
und dann, wenn's geht, nicht nach Dir - geh'n!

wuensche-noten

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Schokoladeneis mit Marzipan

(Februar 2007)

Schokoladenein mit Marzipan 1 "Jeder Mensch braucht Ziele", wurden wir gelehrt,
"Sei doch nicht so wie ein buntes Zirkuspferd,
glücklich und zufrieden nur im Kreis herum zu traben,
ohne einen Drang nach vorn' zu haben":

Fläschchen, Nuckel, Schaukel, Barbies, Puppenhaus,
Teddybär, Geburtstagskuchen, Mickymaus,
Cyberspiele, Gameboy, Fahrrad, Lego, Eisenbahn,
Schokoladeneis mit Marzipan.

So fängt unser Leben hierzulande an,
wir bemerken, dass man Ziele kaufen kann,
um uns voller Stolz, wenn wir ein Ziel erworben haben,
hemmungslos am Glücksgefühl zu laben:

Skateboard, Moped, Freundin, Händi, Swatch-Uhr, Jeans,
Schellackplatten von Louis aus New-Orleans,
Eigenheim mit Garten, Gattin die mit Marzipan,
einen · Schokoladen-Eis-Traum zaubern kann.

Ist das schöne Stück erst etwas angebraucht,
sind die Glücksgefühle leider schon verraucht,
einen solchen Zustand können wir nur überleben,
wenn wir ein noch höh'res Glück erstreben:

Harley-Davidson mit geilem Blubberton,
Dauerplatz als V.I.P. im Stadion,
Schlösschen an der Loire für die Maitresse aus Paris,
Palmen und ein Strand im Paradies.

Rennen wir so zügellos von Ziel zu Ziel,
hinterlassen wir am Ende ziemlich viel
Glücks-Sediment - die lieben Erben schmeißen dann
alles weg, damit man sich den Müll neu kaufen kann:

Fläschchen, Nuckel, Schaukel, Barbies, Puppenhaus,
Teddybär, Geburtstagskuchen, Mickymaus,
Cyberspiele, Gameboy, Fahrrad, Lego, Eisenbahn,
Schokoladeneis mit Marzipan...

Schokoladeneis mit Marzipan 2

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Gerücht

(März 2007)

Habt ihr das Gerücht gehört
dass es den Direktor stört
wenn nicht gar zutiefst empört
was man auf den Fluren hört?

Was Kollegen sich vor allen
Türen so zusammenlallen
würd' ihm auf die Nerven fallen
und dem Aufsichtsrat missfallen!

In den Korridoren hör' er
unbefugte Ruhestörer
Uns'res-guten-Rufs-Zerstörer
und gefährliche Verschwörer.

Der Direktor sei mitnichten
willens, den Konflikt zu schlichten
da das nicht zu seinen Pflichten
zähle, hieß es in Gerüchten.

Folglich sei veranzulassen
auf die Gänge aufzupassen
um die Täter zu erfassen
und geräuschlos zu entlassen!

Just nach der Betriebsanhörung
zu der Korridorverschwörung
habe eine schwere Störung
ihn befallen vor Empörung.

Offenbar nicht leicht erkrankt
sei er gleich, Gott sei's gedankt
kreidebleich nach Haus gewankt
und hab' seinen Arzt verlangt.

Indiskret und ungefragt
wurde auf dem Klo gesagt
dass ihn eine Niere plagt
und er dünnen Stuhl beklagt.

Aus der Personalabteilung
kam die kurze Hausmitteilung
's gäb' nach jüngster Lagepeilung
keine Hoffnung mehr auf Heilung!

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Bütikofer - Blues Laempel

(April 2007)

Reinhard Bütikofer,*1953, Ex-KBW-ler und abgebrochener Student (Philosophie, Sinologie und Geschichte) in Heidelberg, Berufspolitiker, von 2002 bis 2008 in der Doppelspitze von Bündnis90/Die Grünen

Bütikofer Tagesschau, da bleibt der Ostermontag
für den alten Friedensfreund kein Schontag,
müssen doch die Fernsehmedienärsche
gnadenlos die Osterfriedensmärsche
niederzerren, fälschen, kleinberichten,
meinungsBILDend für die breiten Schichten.

Sitz' ich so gemütlich auf'm Sofa,
seh ich den geschminkten Bütikofer,
der - so wie sein alter Weggefährte
Fischers Josch' in allem ein Experte -
wenn er nicht grad Pazifisten frisst
ab und an auch für den Frieden ist.

Bütikofers Lippen formen schöne,
wohl gesetzte Worte: Ja es könne,
wer der Bundeswehr den Auslands-Ein-
satz verwehr, nicht für den Frieden sein!
Den kriegt man bekanntlich nur beim Siegen.
wenn die Feinde tot im Graben liegen!

Selbst ein Stoiber hätte sich nicht doofer
äußern können als Herr Bütikofer,
beide einer Kriegs-Partei vorsitzend,
jüngst im Bundestagesplenum schwitzend,
um des Merkels Antrag durchzudrücken,
die Tornados in den Krieg zu schicken.

Bütikofer, lassen Sie sich sagen,
lang schon halte ich in Friedensfragen
nichts von buntgeschminkten Grünen,
die den Kriegsverdienern eifrig dienen,
und nur noch die allerdümmsten Deutschen
können Sie mit Ihren schönen Worten täuschen!

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Mit untertänigstem Verlaub Laempel

(Oktober 2008)

Nachruf auf die "rot-grüne" Regierungskoalition

Wenn euch so viel daran liegt,
  dann redet halt von Politicke,
obwohl das Thema macht mich
  schon ein wenig melancholicke,
schwätzt die ganze Woche davon,
  das macht mir nichts aus,
doch redet ihr mir vom Frieden,
  kriecht mir die Angst in den Nacken,
mit untertänigstem Verlaub!

Ihr besetzt mit eurer Agenda
  die ganz großen Themen,
da bleibt kein Platz für die
  kleinen Leute mit ihren Problemen,
ihr bestellt die Talkmaster
  und die fragen Euch aus,
doch redet ihr dann vom Frieden,
  kriecht mir die Angst in den Nacken,
mit untertänigstem Verlaub!

[ Ihr rettet die Welt vor dramatischen
    Katastrophengewalten,
  wie Lemminge drängeln die Lämmer
    um sich in der Menge zu halten,
  schwätzt nur übers Wetter
    da kennt sich jeder prächtig aus,
  doch redet ihr mir vom Frieden,
    kriecht mir die Angst in den Nacken,
  mit untertänigstem Verlaub! ]

Ihr habt die Armen vertröstet
  und für die Reichen gehandelt,
ihr habt für sie die Wirtschaft
  in ein Kasino verwandelt,
zum Nutz' und Fromm' der Nachhaltigkeit,,
  ich hätt's fast geglaubt,
doch redet ihr mir vom Frieden,
  kriecht mir die Angst in den Nacken,
mit untertänigstem Verlaub!

Ihr schickt Soldaten und Waffen
  in die entlegensten Weiten,
die haben da nichts zu schaffen
  außer gefährlich zu streiten,
gebt's doch endlich zu, 's geht nur um
  Zaster, Macht und Raub,
doch Ihr redet nur vom Frieden,
  da kriecht mir die Angst in den Nacken,
mit untertänigstem Verlaub!

Solange es euch gefällt,
  die eigenen Reden zu hören,
stellt bitte das Mikro leiser,
  um nicht meine Träume zu stören,
als stinknormaler Bürger
  will ich im Grund' nur meine Ruh',
doch redet ihr mir vom Frieden,
  mach' ich mir ernsthafte Sorgen,
krieg' in der Nacht kein Auge zu...
krieg' in der Nacht kein Auge zu...
krieg' in der Nacht kein Auge zu...

"Wenn die Ob'ren
vom Frieden sprechen
Mann auf der Straße
lass alle Hoffnung fahren"
(B.Brecht)

Sie reden vom Frieden

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Das Märchen von den teuren Gummibärchen Laempel

(2008, Melodie nach "Jingle Bells")

Hört das neu'ste Wallstreetmärchen:
"Investiert in Gummibärchen"!
Wo die Rohstoffbörsen kriseln
und die Immobilien bröseln
fühlt das internationale
Spekulatius-Kapital sich
magisch zu den süßen Drogen
und Genüssen hingezogen
das verspricht Rekordprofit
und alle zocken mit:

Klingelt's Geld
klingelt's Geld
im Portfolio
macht es Spekulanten froh
und auch den KARIBO - Oh -
doch's verfällt
schnell, das Geld
brennt so leicht wie Stroh
in New York und Frankfurt
in Paris und Tokio

Gummibärchen werden knapp
und KARIBO verdient sich schlapp -
nur die Kinder, die sind sauer:
"Gummibärchen sind zu teuer!"
Thomas Gottschalk sponsert eine
große Benefizanzeige:
"GUT BETUCHTE PROMISPENDER
NÄHREN BÄRENHUNGERKINDER"

das erhöht den Quotenschnitt
und alle singen mit - hey:

Klingelt's Geld ...

Sachsenlandesbankenzocker
steigerten mal eben locker
mit geborgten Staatsmoneten
acht Milliarden Bärentüten!
|: Doch die Kinder hamm' vor Ort
    ein Loch in den Tresor gebohrt
    um die missbrauchten Gummibären
    der Bestimmung zuzuführen
    das macht alle Kinder froh -
    und Erwachs'ne ebenso:

Klingelt's Geld ... :|

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NO NAZI, NO WAR !

(Oktober 2007, Melodie: "No woman no cry" von Bob Marley)

Refrain und durchlaufender Background:
    NO NAZI, NO WAR, NO NAZI, NO WAR
    NO NAZI, NO WAR, NO WAR ANY MORE !

Faschisten raus aus uns'rer schönen Stadt
- NO NAZI, NO WAR
wo's keinen Platz für braunen Kehrricht hat
- NO WAR ANY MORE
Ihr Nazis habt kein Recht auf Meinung hier
- NO NAZI, NO WAR
Faschisten 'raus aus unserem Revier
- NO WAR ANY MORE

Nie wieder Lügen, "Heil" und Marschmusik
- NO NAZI, NO WAR
nie mehr Rassismus, Massenwahn und Krieg
- NO WAR ANY MORE
auch euer Fremdenhass, der kommt bei uns schlecht an
- NO NAZI, NO WAR
verpisst euch, macht uns're Kumpel hier nicht an
- NO WAR ANY MORE

Refrain: NO NAZI...

Ihr schwadroniert von nationaler Ehr'
- NO NAZI, NO WAR
und schleicht euch ein bei Polizei und Heer
- NO WAR ANY MORE
für unser Anseh'n 's allerbeste wär
- NO NAZI, NO WAR
es gäb in Deutschland keine Nazis mehr
- NO WAR ANY MORE

Ihr predigt Hass und Krieg in aller Welt
- NO NAZI, NO WAR
wir woll'n ein Deutschland, das den Frieden hält
- NO WAR ANY MORE
für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit
- NO NAZI, NO WAR
und gegen deutsche Überheblichkeit
- NO WAR ANY MORE

Refrain: NO NAZI, NO WAR...

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Deutscher Stolz

(9. November 2009)

Ihr wart hier nur zwölf Jahre lang an der Macht,
was habt ihr da alles kaputt gemacht?
Ihr kanntet in jedem Konflikt nur Gewalt
und machtet vor keinem Verbrechen halt,
und habt noch geprahlt!

Ihr habt unser Land als Bestie präsentiert
und unsere Sprache zum Gebrüll pervertiert,
eure Stiefel sind Sinnbild für tumbes Gepolter,
eure Fahnen für Terror, Krieg, Massenmord, Folter,
Krieg, Massenmord, Folter!

Die besten Deutschen habt ihr uns genommen,
nicht oft ist, wer flieh'n konnte, wiedergekommen,
ihr habt unsre Brüder ins Lager getrieben,
ins Gas und ins Feuer - IHR seid uns geblieben,
IHR seid uns geblieben!

Es lebt kaum ein Menschengeschlecht auf der Welt,
dessen Ausseh'n und Art euch Rassisten gefällt,
und wenn euch 'was über den Horizont geht,
dann tretet ihr's tot, nur weil IHR's nicht versteht,
weil IHR’s nicht versteht!

Und IHR seid nun stolz darauf, Deutsche zu sein!
Man kann sich nur schämen, hört man euch so schrei’n.
Wann endlich in Deutschland ein Volk friedlich lebt,
und GEACHTET, dann erst, wenn es EUCH nicht mehr gibt,
WENN'S EUCH NICHT MEHR GIBT!

[ Wer wurde gefragt, ob er schwarz oder weiß
  oder braun auf die Welt kommen wolle, ob reich
  oder arm? Der soll meinetwegen drauf stolz sein
  auf seine Geburt, die Nation und sein Holzbein! ]
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Wölfische Zeiten

(20.9.2017)

Im äußersten Osten der Ex-DDR
da werden die Schafe der Hunde nicht Herr,
an der Elbe um Dresden und Bautzen und Meißen,
in finsteren Schluchten der Sächsischen Schweiz,
in den Sümpfen der Spree, wo die Ratten sich paaren
und wo sie auf Lastkähnen Fließ-aufwärts fahren,

...da frönen sie feuchten Gewaltritualen
mit blutigen Opfern und grausigen Qualen
in blindem Gehorsam zum obersten Führer
der Rasse der feisten Kartoffelverzehrer,
um wie einst in ruhmreichen, wölfischen Zeiten
die Ordnung der Köter im Land zu verbreiten.

Auch bis ins Revier der schwärzesten Felsen,
im Westen, da, wo sich das Schafsvolk der Gelsen,
entblößt und verschwitzt unter Qualen die Kohlen
aus dunkelsten Tiefen gewohnt war zu holen,
um Tauben zu züchten und Fußball zu spielen,
da drang solch ein Rudel aus Rüden und Tölen

...hinein zum Verstören, zum Bellen und Beißen
um sich von den Lämmern die Felle zu reißen,
sich drin zu verkleiden als Volksdemokraten,
und ihnen die Botschaft des Wolfs zu verraten:
"Erst dann seid ihr sicher vor Terror und Mord,
wenn ihr blind unserm göttlichen Führer gehorcht!
"


Und wie einst im Tale der Ohn-jede-Ahnung,
so holten sie manch' dummes Schaf aus der Wohnung
zum auf Dienstagsmärschen "WIR SIND DAS VOLK" Grölen
und gegen die Ärmsten und Flüchtlinge Pöbeln.

Oh Herr, lass es Hirn regnen auf dieses "VOLK"
noch bevor es dem Wolf in den Untergang volkt!



Temps de Loups


En Allemagne de l'est, à l'extrême orient,
les moutons n'arrivent pas à calmer les chiens,
sur la Elbe autour de Dresde, Bautzen et Meißen,
dans les ravins sombres de la Suisse Saxonne,
aux marais de la Spree, où les rats font l'amour,
montant les courants sur les canots de charge,

... les canins, ils se livrent à leurs rudes rituels
avec des victimes sanglantes, tourments cruels,
en obéissance aveugl' à leur meneur
de la race des bouffeurs gras de pommes de terre,
pour, comme dans les célèbres temps de loups,
propager partout l'ordre des clebs dans le pays.

Aussi dans la région des roches les plus noires,
à l'ouest, sur la Ruhr, où les Gelsen-Moutons
étaient habitués à extraire le charbon
en sueur et douleurs des puits chauds et profonds
pour jouer au football et él'ver des pigeons,
on y a vu une meute de chiens envahissant

... afin d'effrayer, d'aboyer, de croquer,
pour arracher les robes blanches des agneaux,
pour s'en déguiser en tant que démocrates
populaires et faire savoir le message du loup:
"Vous êtes à l'abri du régime de terreur,
si vous ne croyez qu'en le sacré Meneur!
"


Et, comme dans la vallée des gens sans notions,
ils ralliaient des pigeons de leurs appartements,
pour aller aux Manifs de Mardis et crier:
"NOUS SOMMES LE PEUPLE" et puis agressant
les gens les plus pauvres et les réfugiés.

Seigneur, faites pleuvoir du cerveau sur cette gent,
avant qu'elle ne suive le loup droit à sa perte!


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Die größte Gefahr

(20.4.2016)

Für mich sind die jüngsten faschistischen Wahlerfolge in einigen NATO-Ländern das unmittelbare Ergebnis einer auf Angst aufgebauten Politik. „Macht ist die Angst der Anderen.“ sagt ein altes russische Sprichwort. Ewiger Krieg gegen den Terror und endlose Krisen und Katastrophen: Die herrschenden Eliten suchen aus Rat- und Perspektivlosigkeit ihr Heil in Unterdrückung und Panikmache. Von Angst beherrschte Menschen sind oft nicht mehr vernünftigen Argumenten zugänglich, fürchten das Unbekannte und Fremde und flüchten sich auf ihre vermeintlich sichere heimischen Scholle. Sie werden anfällig für rassistische und nationalistische Demagogie und unfähig, die wirklichen Gefahren zu erkennen:

Die größte Gefahr für die Menschen, was ist
das, ein Sturm, eine Epidemie, eine Pest,
ein Super-Tsunami, ein Meteorid,
ein verheerendes Erdbeben, ein Dioxid?
Nein, das ist allein' der gemeine Faschist,
der die größte Gefahr für die Menschen ist
und sein unschuldig grinsender Mitläufer ist -
der verbiesterte Spießer, der kleine Rassist!
[/der verbiesterte kleine PEGIDA-Rassist!]

Der größte Idiot auf der Erde, was ist
das, ein Spinner, ein Linker, ein Idealist,
ein Moslem, Buddhist, Hinduist oder Christ,
ein verträumter Professor, ein Nerd, ein Autist?
Nein, das ist allein' der gemeine Faschist,
der der größte Idiot auf der Erdkugel ist
und der hinter dem Vollpfosten herläuft, das ist -
der verbiesterte Spießer, der kleine Rassist!
[/der verbiesterte kleine PEGIDA-Rassist!]

Der größte Verbrecher, hieß der Al Capone,
ist der'n Spekulant oder'n Drogen-Baron,
ein Posträuber, Killer, Camorra-Padrone,
ein Serien-Triebtäter, 'n Doppel-Spion?
Nein, das ist allein' der gemeine Faschist,
der der größte Verbrecher auf Erden ist
und der heimliche Tatvorbereiter, das ist -
der verbiesterte Spießer, der kleine Rassist!
[/der verbiesterte kleine PEGIDA-Rassist!]

Wer ist denn der Champion in allen Rekorden
beim heiteren Frauen- und Kinder-Ermorden,
ist der Anarchist, Stalinist, Protestant
oder Kreuzritter, Hunne, US-Präsident?
Nein, das ist alleine der deutsche Faschist,
der der weltweite Meister im Massenmord ist
und der neben dem Leichenberg 'rumsteht, das ist -
der verbiesterte Spießer, der kleine Rassist!
[/der verbiesterte kleine PEGIDA-Rassist!]

Er hat die abscheulichsten Taten begangen,
er hat den entsetzlichsten Krieg angefangen,
er hat unsre Brüder ins Lager getrieben,
ins Gas und ins Feuer - und ist uns geblieben!
Und wenn man bedenkt, wie das alles geschah,
ist die schleichende Dummheit die größte Gefahr,
dass man jene Erfahrungen so schnell vergisst
weil er immer noch unter uns ist -
der die Scheiß-AfD wählt, der kleine Rassist!

Begleitung (6/8):
||: Z.: Dm9|H Dm9|Bb,  Dm9|A Dm9|Bb;   Dm9|H Dm9|Bb,  Dm9|A E7;
  Str.: Am Am|G, F7 E7;   Am Am|G,  F7 E7;
        Am Am|G, F7 E7;   Am Am|G,  F7 E7;
        A7 Dm7,  A7 Dm;   Gm7 Dm,  Am E;  E7 E°,  A7 Dm,  Dm7 
 1.-4.: Gm7,  Dm A7;                                      :||
     5: Gm7 Gm7,  Dm Dm;  Gm7 Dm,  A7 Dm; A7-Dm!;
LE PLUS GRAND DANGER

Le plus grand danger pour les gens, qu'est-ce qu'il est,
est-ce un grand tremblement, une tempête, une peste,
un super tsunami, un météorite,
un terrible déluge, un carbone-dioxyde ?
Mais non, c'est seulement le fasciste ordinaire
qui est le plus grand danger sur notre terre,
et ses affidés grimaçants là, ils sont
des furieux citoyens, les racistes quotidiens !

Le plus grand idiot sur la terre, qu'est-ce qu'il est,
est-ce un intellectuel, un songeur, un autiste,
chrétien, musulman, hindouiste ou bouddhiste,
un cinglé, un gauchiste ou un idéaliste?
Mais non, c'est seulement le fasciste ordinaire
qui est le plus grand idiot sur la terre,
et ces cornichons qui le suivent là, ils sont
des furieux citoyens, les racistes quotidiens !

Le plus criminel, est-ce qu'il s'appelait Capone,
était-il trafiqueur, un Camorra-Padrone,
un braqueur de banques, un espion de Corée,
un tueur à commande, un violeur en série ?
Mais non, c'est seulement le fasciste ordinaire
qui est le plus grand criminel sur la terre,
et ces cons, qui l'aident mine de rien là, ils sont
des furieux citoyens, les racistes quotidiens !

Qui est le premier de nos champions du monde
des joyeux massacres des femmes, des enfants,
est-il Anarchiste, Staliniste, Protestant
un E.U.-présidant ou le grand Genghis Khan ?
Mais non, c'est seulement le fasciste allemand
qui est le champion du monde des assassins,
et ceux, qui renient les cadavres, ils sont
des furieux citoyens, les racistes quotidiens !

Il a commit les crimes les plus effrayantes,
il a commencé la guerre la plus méchante,
il a acculé nos sœurs et frères aux camps
pour mourir dans le feu et le gaz de poison !
Mais si on voit, comment l'histoire s'est passé,
c'est le plus grand danger pour les gens d'oublier
les mauvais souvenirs, les vécus du passé,
parce qu'ils dorment toujours dans nos quartiers,

les votants pour la peine [\merde], les racistes voisinés !
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Die Unsichtbaren

(Dezember 2007)

Artikel 4 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“:
Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden;
Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten!


Wir singen Euch von unscheinbaren
fremden Frauen in mittleren Jahren
mit Kopftuch und tiefschwarzem Haar
die mit immer recht freundlichen Mienen
feinen Herren und Herrinnen dienen
so wie das auch früher schon war

Nach Europa um Geld zu verdienen
um der drückenden Not zu entrinnen
hab' ich mir[hat sie sich] ein Ticket gekauft
in ein Land, wo mich[sie] keiner erwartet
von La Paz oder Bombay gestartet
ob Muslimin oder getauft

Von den Kindern zu Haus’ fortgerissen
werden die mich[sie] bald kaum noch vermissen
trotz Briefen und telefonier’n
und nun muss ich mich[sie sich] dafür benutzen
lassen nicht nur zum Pflegen und Putzen
und wag'[t] nicht einmal mich[sich] zu wehr’n

Wegen fehlender Ausweispapiere
in der Wohnung gehalten wie Tiere
versteckt, illegal, unsichtbar
und wenn ich[sie] mal nicht mehr wie ein Besen
zu gebrauchen bin[ist], prompt ausgewiesen
und das nach dem dreizehnten Jahr

Jene Herrschaften, die mich[sie] besessen
haben, werden mich[sie] bald schon vergessen
als hätte ich[sie] nie existiert
und über die Grenze in Stunden
bin ich[ist sie] aus dem Bewusstsein verschwunden
wohin auch mein[ihr] Schicksal mich[sie] führt

Wir sangen Euch von wunderbaren
starken Frauen, von den Unsichtbaren
die nie in den Schlagzeilen steh'n
die zwischendurch, in Augenblicken
ihre Tränen im Winkel verstecken
wenn sich die Gedanken verlier'n...

Gitarrenbegleitung 1 (6/8, nach "Les passantes")
||: C   /,   H7  /,   E7  /,   A   A,
    Em  /,   D   /,   G   /,   H7  /,
    C   /,   H7  /,   E7  /,   A   A,
    Em  /,   D   /,   Em  / ,  H7  /  :||

Gitarrenbegleitung 2 (6/8)
||: Am  F,   H7  E7,  A7  D,   E7  Am,
    H7  H7,  A°  Dm6, Dm6 E7,
    A   D,   E7  A,   Dm7 G7,  C7+ F7+,
    Dm6 /,   E7  /,   F   / ,  F   E7  :||

Gitarrenbegleitung 3 (3+4/8)
1., 2., 4. und 6. Strophe:	
||: Am  G6,  Am  E7,  Am  G,
    Cm  A°,  Dm7 E7,  Am  Am :|| Am Am

3. und 5. Strophe:				
    Em  Em,  Am  Em,  Am  F;
    G   Cm,  Ab  G,   Cm  Cm;
    G   Hm,  F#7 Hm,  F#m G;
    A   Dm,  Am  E7,  Am  Am;  Am  Am;

unsichtbare

Les invisibles

(Adaptation: Leobald Loewe et Maryse Pantanacce)

Nous vous chantons les femmes étrangères
effacées, plutôt entre deux âges,
au foulard sur les cheveux noirs,
celles qui servent des riches et des nobles,
avec toujours un sourire aimable,
comme ça se faisait autrefois.

Pour gagner de l'argent espérant de
échapper à la misère pesante,
je m'suis[elle s'est] achetée un billet,
pour l'Europe, où ne m[l]'attend personne,
arivée à Vienne ou Barcelone,
partie de La Paz ou Delhi.

Arrachée de mes[ses] enfants, leur mère
ne leur manquera bientôt plus guère,
malgré mes[ses] lettr' et mes[ses] appels,
en laissant en échange faire usage
de moi[d'elle] pour faire plus que le ménage
et jamais sans qu'je me[qu'elle se] rebelle.

Sans visa de travail authentique,
détenue comme un chien domestique,
illégale, invisible, cachée,
devenue usagée, inutile,
puis jetée comme un vieil ustensile
même après si nombreuses années.

Et mes[ses] nobles seigneurs-propriétaires,
ils m[l]'oublieront bientôt et vont faire
mine qu'je n'ai[elle n'ait] jamais existée
et dès lors qu'je[elle] passerai[t] la frontière
j'aurai[elle a] disparue de leur mémoire,
quoi que ce soit ma[sa] destinée.

Nous avons chanté les merveilleuses
femmes fortes, les femmes invisibles,
celles, qui ne font jamais la Une,
qui pendant quelques instants pénibles
cachent leurs larmes sous son sourire aimable,
quand elles, par hasard, se souviennent.


The Invisibles

We are singing about inconspicuous
foreign women in medium age
with head scarves and deeply black hair
who are serving their sirs and ladies
always with a smile on their faces
just like it was once in the past

To far Europe, to earn some money
to escape from the oppressive misery
she has bought a ticket
to somewhere, where nobody knows her
departed from Bombay or Chile
as a Moslem or a baptised

Torn away from the children at home
they will soon barely miss her
despite her phone-calls and her letters
and for this she lets herself been used
not only for nursing and cleaning
and doesn't even try to refuse.

Due to missing documents
held in the house like an animal
hidden, illegal, invisible
and when she's no longer usable
like a broom, she's instantly expulsed
even after thirteen years

The sirs and ladies, who owned her
will soon have forgotten her
as if she did never exist
and across the borders she disappears
from their memories in a few hours
no matter where the fate her leads.

We have sung you about marvellous
strong women, about the invisibles
who never get in the headlines
who in between in painful moments
hide the tears in a smile on their faces
when they get lost in their minds.

Quellen:

Bridget Anderson: Doing the dirty work?(Assoziation A 2006, 272 dicht bedruckte Seiten, 14 Euro) Migrantinnen in der bezahlten Hausarbeit in Europa

Auszüge aus einer Zusammenfassung der Autorin bei Attac Schweiz:

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen migrantischer Hausarbeiterinnen werden zu einem großen Teil bestimmt durch die Überschneidung der Beziehungen, welche die Arbeiterinnen einerseits zu ihren ArbeitgeberInnen und andererseits zum Staat haben. Staatsbürgerschaft und Einwanderungsstatus sind dabei entscheidende Faktoren. Die Macht des Staates wird oftmals benutzt, um die Abhängigkeit einer Arbeiterin von ihrer ArbeitgeberIn zu verstärken und Herr/Herrin-Knecht-Verhältnisse zu institutionalisieren, so dass die Arbeiterin ihrer ArbeitgeberIn 24 Stunden am Tag unterworfen ist. Staatsbürgerschaft und Einwanderungsstatus sind Bereiche, in denen es zumindest Organisierungsmöglichkeiten gibt, wenn man etwas ändern will; in ihnen sind spezifische Verbesserungen und verbindende organisierende Prinzipien enthalten. In einer Nebenrolle war ich in der Unterstützung solcher Kämpfe engagiert und weiss, dass sie nicht leicht zu führen sind. Aber man kann sie gewinnen, und schon der Kampf als solcher ist ein materieller Gewinn. Ich möchte Arbeiterinnen und Aktivistinnen auch zu bedenken geben, das live-in Hausarbeit die Arbeiterin trotz aller Vorteile, die sie zu bieten scheint, in eine Status- und Abhängigkeitsbeziehung einbindet, die durch Rassismus vermittelt ist. Wie man sich innerhalb dieser Beziehung für Rechte, Gerechtigkeit und Gleichheit organisieren will - wenn es denn überhaupt möglich ist - muss ernsthaft überlegt werden.

Der Einwanderungsstatus ist nicht der einzige Grund dafür, dass Migrantinnen in der Hausarbeit beschäftigt sind, und er ist auch nicht der einzige Faktor, der bei ihrem Missbrauch und ihrer Ausbeutung zum Tragen kommt. Die Behandlung migrantischer Hausarbeiterinnen und die "Nachfrage" nach ihnen ist in erster Linie ein Symptom für die fundamentalen Widersprüche und Spannungen innerhalb des Kapitalismus, der sowohl rassistisch als auch patriarchal ist. Die Trennung zwischen öffentlich und privat, schreckliche Armut und demonstrativer Reichtum, der auf der Geschichte eines ungezügelten und räuberischen Imperialismus gegründet ist - hier liegen die Wurzeln für die Probleme, mit denen Frauen konfrontiert werden, die als migrantische Hausarbeiterinnen arbeiten. Ich habe diese Arbeit mit der Feststellung begonnen, dass Hausarbeit in Privathaushalten neben der Prostitution die verbreiteste Arbeit neu angekommener Migrantinnen ist. Die Ausdehnung und Rassifizierung der Prostitution, der bezahlten Hausarbeit und des Phänomens der "mail-order"-Braut ist eine Funktion der Ausdehnung des globalen Kapitalismus. Dies ist entmutigend und ermutigend: entmutigend weil die Kräfte, mit denen man konfrontiert ist, so mächtig sind, und ermutigend, weil es Möglichkeiten zu Bündnissen mit anderen Gruppen bietet, die aus einem anderen Grund gegen denselben Feind kämpfen.

Die theoretischen Herausforderungen, die durch die Hausarbeiterinnen aufgeworfen werden, erfordern, dass wir die Reproduktionsarbeit wieder in den Mittelpunkt rücken und kritisch hinterfragen, wie und was wir reproduzieren, und dass wir nicht nur das Persönliche politisch, sondern auch umgekehrt das Politische persönlich machen. Es besteht ein Bedarf an empirisch fundierter Theorie, um solche Bündnisse zu fördern und zu verstehen, was die einen Frauen miteinander verbindet und die anderen auseinander treibt. Eine solche Theorie muss in den realen, erlebten Erfahrungen der Arbeiterinnen angesiedelt sein. Ich hoffe, dass ich zeigen konnte, dass Arbeiterinnen und ArbeitgeberInnen ein Gefühl, ein soziales Bewusstsein für die Widersprüche haben, die sie zu managen versuchen. Im Unterschied zu den Arbeiterinnen hatte ich die Gelegenheit, Menschen aus vielen Migrantencommunities zuzuhören, die über Hausarbeit in verschiedenen europäischen Städten erzählt haben: ich hatte die Gelegenheit, über Hausarbeit und bezahlte Hausarbeit in der ganzen Welt zu lesen: ich hatte Zeit nachzudenken und ich hatte Kollegen, mit denen ich mich unterhalten konnte. Diese Möglichkeiten sind es, die mir die Hoffnung geben, dass ich etwas anzubieten habe, Stoff zum Nachdenken über Organisationsformen. Es handelt sich weitgehend um eine Dechiffrierung dessen, was Arbeiterinnen und ihre ArbeitgeberInnen mir erzählt haben, weil es auf ihren Erfahrungen basiert. Wie Josee gesagt hat: "Wir, die Dritte Welt, würdigen sie nicht herab, es sind eher sie, die uns herabwürdigen."


Maria S. Rerrich Die ganze Welt zu Hause(Hamburger Edition 2006. 168 Seiten. ISBN 978-3-936096-67-5. 16 Euro) Auszüge einer Rezension von Dr. Elke Schön, Sozialwissenschaftlerin:

Die Alltagsarbeit in privaten Haushalten findet gesellschaftlich unsichtbar und ohne sonderliche Anerkennung statt. Die Zuständigkeit für Alltagsarbeit wird nach wie vor den Frauen zugeschrieben. Diese Hartnäckigkeit im Geschlechterverhältnis erfordert von Frauen Mehrarbeit im Privaten. Berufliche und lebensweltliche Anforderungen in der alltäglichen Lebensführung vereinbaren zu müssen, stellt für sie individuell ein äußerst schwieriges Unterfangen dar. So gibt es eine große Nachfrage nach entlastenden Dienstleistungen. Wer es sich leisten kann, überlässt die häusliche Alltagsarbeit, und hier besonders das Putzen, weniger privilegierten Frauen, die aufgrund ökonomischer Notlagen derart den Unterhalt für sich und ihre Angehörigen verdienen müssen. Diese Praxen haben neue Muster sozialer Ungleichheit und Abhängigkeit zwischen Frauen entstehen lassen.

Nach Schätzungen beschäftigen in Deutschland mehr als 4 Millionen Privathaushalte regelmäßig oder gelegentlich eine Putz- oder Haushaltshilfe. Nur etwa 40.000 dieser häuslich Beschäftigten sind sozialversichert. Es wird angenommen, dass die unsichtbare große Mehrheit der häuslich Beschäftigten Frauen aus aller Welt sind, die als Transmigrantinnen und illegale Migrantinnen in deutschen Haushalten arbeiten.

Dieses Phänomen verweist auf einen engen Zusammenhang von Globalisierungsgeschehen, Geschlecht und sozialer Ungleichheit, der jedoch von Gesellschaft und Politik eher tabuisiert als diskutiert wird. Die Arbeitsbedingungen, Lebenslagen und Lebensführungen der betroffenen Gruppe von Frauen blieben so bislang im Dunkeln.
...
Deutsche Privathaushalte zeigen eine rege Nachfrage nach ausländischen Putzfrauen. Gefordert wird ein flexibler den Zeitstrukturen der Haushalte angepasster Einsatz, räumliche Nähe und Beständigkeit. Das harte Arbeiten in der Illegalität ist für die putzenden Frauen mit gravierenden Risiken verbunden: Ein einziger Putzjob reicht nicht zum Überleben, in der Regel wird in mehreren solcher oder anderer Jobs gleichzeitig gearbeitet. Von den Arbeitgeberinnen fühlen sich die Frauen häufig schlecht behandelt "im Sinne von Gedankenlosigkeit, eigener Bequemlichkeit und Rücksichtslosigkeit". In der Schattenwelt der Schwarzarbeit, die unter "quasifeudalen Bedingungen" statt findet, kommen Regelungen des Arbeitsrechts und der Gesetzgebung (z.B. Kündigungsschutz, Recht auf bezahlten Urlaub, Versicherungspflicht, Recht auf sexuelle Unversehrtheit) nicht zur Geltung und werden missachtet. Nach wenigen Jahren leiden die meisten Frauen bereits an gesundheitlichen Beschwerden, jedoch erhalten sie keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Sie erwerben auch keine Rentenansprüche.

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Posthumer Brief eines Vaters an G.B.

(November 2009)

Du hättest vom Alter her mein Vater sein können
Du warst nicht mal sechs Wochen jünger als Er
und während Er, der Polen-Sohn, in sein
Vater-Land einbrach, da standest Du wegen
der Streiche Deiner Copains in Sète vor Gericht.
Und als Er mit Gelbsucht in Frankreich lag
da zwangen sie Dich nach Basdorf zur Arbeit bei BMW,
Flugzeugmotoren bauen für "unseren" Endsieg.
Sie hatten Dir Ausweis und die Rationen genommen
also bist Du, noch jung, nach Deutschland gefahren.

Ich weiß nicht, ob jemand versucht hat, Dich abzuhalten.
Dein Vater, er hatte doch sicher Kontakte zu
Kameraden der Resistance gehabt und gewusst,
dass Menschen wie er hier massenweise und
systematisch gefoltert, gebrochen und arbeits-
vernichtet wurden. Im KZ Oranienburg-Sachsenhausen,
dreizehn Kilometer nord-westlich von Basdorf,
war neun Jahre zuvor Dein Kollege Erich Mühsam,
wie Du Anarchist und wie Dein Vater Kommunist,
am beißenden Hass der Faschisten gestorben.

  Basdorf, Berliner Arbeitervorstadt, Gemeinde
  Wandlitz, genau da, wo später sogenannte
  Genossen an "vergoldeten" Wasserhähnen
  die Chance auf ein "Nie wieder" verspielten.
  Dafür drohen heute schon wieder dumm-dreiste
  Nazi-Plakate zu oberst vom Lampenmast:
  "Vaterland, Muttersprache, Kinderglück"
  so höhnen sie das von der Stange herunter
  was sie Deiner Generation gestohlen haben,
  und Deinem Vater, und meinem Vater, und Dir.


Als nachkriegsdeutschem Wirtschaftswunderkind
steht's mir nicht zu, Dich in Frage zu stellen.
Ich suche selbst noch nach Wegen, mein Leben zu meistern,
und die sind so unübersichtlich und krumm.
Nein, ich hätte nicht Einundzwanzig
geboren sein wollen, dann hätte ich womöglich
die gleichen Fehler gemacht wie mein Vater,
der natürlich nichts wissen wollte von den Bedenken
seines so wie Du Deines und ich meines Vaters.
Und was macht eigentlich gerade mein Sohn?

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Eight/six and eight/nine forty-five

(2008-2013)


Hiroshima, Nagasaki - große USA!
Warum eight/six und eight/nine forty-five?
War das nötig für ein zweites CAPITOL-IMPERIVM?
Kurz aus kaltem Kriegskalkül den Knopf gedrückt im Überflug
zur stratosphärischen Bestattung: Hunderttausend
ahnungslos empor im grellen Leichentuch.

Glutrot ragen
nukleare Aschen
ausgelöschter Seelen,
die auf ihren Wolkenbahren
keine Ruhe finden
können,
wollen nicht
Geschichte sein,
sie wollen uns,
die Lebenden,
ermutigen,
sich endlich
von dem
Massen-
mordzeug
zu befrei'n!

[ Droht sie
nicht noch
immer un-
verhohlen,
die Bastion
der Reichen,
allen Wesen mit
Vernichtung, sollte
je ein armer Tor versu-
chen, mit der gleichen Mün-
ze seine Rechnung zu begleichen? ]
Hiroshima, Nagasaki - großer Obama!
Nie mehr eight/six and eight/nine forty-five! Und:
ZUKUNFT ALLEN KINDERN! - Auch im CAPITOL-IMPERIVM.


"63 years ago, a nation learned a valuable lesson, the hard way. And that lesson was, DO NOT MESS WITH THE UNITED STATES OF AMERICA unless you are prepared to be BLOWN TO PIECES. Those TWO BOMBS that were dropped on Japan saved HUNDREDS OF THOUSANDS OF AMERICAN LIVES in the process, so I have no regrets, none what so ever. The Japanese are the ones who should be REGRETFUL for being so STUPID, not us. And TODAY, another group of people (al Qaeda) are learning the hard way that to GO UP AGAINST OUR COUNTRY will only result in MANY DEATHS on their side."
"Vor 63 Jahren hat eine Nation eine wertvolle Lektion gelernt, auf die harte Tour. Und diese Lektion war: LEG DICH NICHT MIT DEN VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA AN, es sei denn, du bist bereit, in Stücke gerissen zu werden. Diese beiden auf Japan abgeworfene Bomben haben im weiteren Verlauf Hunderttausenden von AMERIKANERN das Leben gerettet" [L.K.: Eine unsinnige und an amerikanischen Schulen verbreitete Legende. Gerade heute wir diese alte Geschichtslüge über ZDF-info, N24 und Konsorten auch bei uns wieder aufgewärmt, die Bombe hätte den Krieg beendet. Das ist Unfug! Der Krieg in Europa war schon 4 Monate zu Ende und mit Japan ging es nur noch um die Kapitulationsbedingungen. Kein einziger amerikanische Soldat wurde damit gerettet. Die USA wollten nur noch schnell zwei Atombombentest unter ralistischen Bedingungen kurz vor Kriegsende machen, damit die Sowjet- union beeindrucken und ihre Position als Weltmacht Nummer 1 festigen. Danach wäre ein Atombombeneinsatz nicht mehr zu rechfertigen gewesen.] "Deshalb bedauere ich nichts, überhaupt nichts. Die Japaner sind diejenigen, die bedauern sollten, so dumm gewesen zu sein, nicht wir. Und heute lernt eine andere Gruppe von Menschen (al-Qaida) auf die harte Tour, dass es gegen unser Land nur viele Tote auf ihrer Seite geben wird."
(Beitrag eines 50-jährigen "y2kokok" aus Oahu auf Hawaii aus einem Internet-Chat bei "YaHoo" am 6.8.2008.)

Empfehlenswerte Lektüre:
Peter Bürger: Hiroshima, der Krieg und die Christen, © 2005 fiftyfifty & Peter Bürger, Düsseldorf

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Sicherheit

(März 2009)


sicherheit

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Die freie Wirtschaft Laempel

(von Kurt Tucholsky alias Theobald Tiger
aus: "Die Weltbühne", 04.03.1930, Nr. 10, S. 351)

Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen.
Ihr sollt auf euern Direktor vertrauen.
Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen.
Ihr sollt alles Weitere dem Chef überlassen.
Kein Betriebsrat quatsch' uns mehr herein,
wir wollen freie Wirtschaftler sein!
Fort die Gruppen - sei unser Panier!
Na, ihr nicht.
Aber wir.

Ihr braucht keine Heime für eure Lungen,
keine Renten und keine Versicherungen.
Ihr solltet euch allesamt was schämen,
von dem armen Staat noch Geld zu nehmen!
Ihr sollt nicht mehr zusammensteh'n
wollt ihr wohl auseinandergeh'n!
Keine Kartelle in unserm Revier!
Ihr nicht.
Aber wir.

Wir bilden bis in die weiteste Ferne
Trusts, Kartelle, Verbände, Konzerne.
Wir stehen neben den Hochofenflammen
in Interessengemeinschaften fest zusammen.
Wir diktieren die Preise und die Verträge -
kein Schutzgesetz sei uns im Wege.
Gut organisiert sitzen wir hier ...
Ihr nicht.
Aber wir.

Was ihr macht, ist Marxismus. Nieder damit!
Wir erobern die Macht, Schritt für Schritt.
Niemand stört uns. In guter Ruh
seh'n Regierungssozialisten zu.
Wir wollen euch, einzeln. An die Gewehre!
Das ist die neuste Wirtschaftslehre.
Die Forderung ist noch nicht verkündet,
die ein deutscher Professor uns nicht begründet.

In Betrieben wirken für uns're Idee
die Offiziere der alten Armee,
die Stahlhelmleute, Hitlergarden,
Ihr, in Kellern und in Mansarden ...
merkt ihr nicht, was mit euch gespielt wird? -
mit wessen Schweiß der Gewinn erzielt wird? -
Komme, was da kommen mag.
Es kommt der Tag, da ruft der
Arbeitspionier: -- "Ihr nicht.
Aber Wir. (Aber) Wir. (Aber) Wir."
Gitarrenbegleitung:
||:     A7+ /  E°  /  Hm7 /  F°  E7
        A7+ /  E°  /  Hm7 /  F°  /
        F#m /  F#7 /  Hm7 /  E+  /
        C#m /  F#+ /  Hm7 /  F°  E7
1.-3.:  A7+ /  A7+ /                   :||
   4.:  A7+ /  E°  /  Hm7 /  F°  E7
        F#m /  F#7 /  Hm7 /  G#+ /  ---
'Komme':C#m /  F#+ /  Hm7 /  F°  /
        E7  /  E7  /  Hm7 /  F°  /
        A7+ E° Hm7 E7 A7+ E° Hm7 E7
        A7+!		

Den hier zum Ausdruck kommenden historischen Optimismus konnte sich der (zum Protestantismus konvertierte) Jude Kurt Tucholsky nicht mehr lange bewahren. Er nahm sich am 21. Dezember 1935 in Schweden das Leben. Nur eine Woche zuvor hatte er Arnold Zweig nach Palästina geschrieben: "Ich habe mit diesem Land, dessen Sprache ich so wenig wie möglich spreche, nichts mehr zu schaffen. Möge es verrecken - möge es Russland erobern - ich bin damit fertig".

Die Freie Wirtschaft, Noten
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Augen in der Großstadt

(Text: Kurt Tucholsky alias Theobald Tiger 1930,
Musik: Leobald Loewe, Juni 2008)

Wenn du zur Arbeit gehst - am frühen Morgen
wenn du am Bahnhof stehst - mit deinen Sorgen
- dann zeigt die Stadt - dir asphaltglatt
im Menschentrichter - Millionen Gesichter

Zwei fremde Augen ein kurzer Blick
die Braue, Pupillen, die Lider, was war das?
Vielleicht dein Lebensglück
vorbei, verweht, nie wieder

Du gehst dein Leben lang - auf tausend Straßen
du siehst auf deinem Gang, - die dich vergaßen
- ein Auge winkt, - die Seele klingt
du hasts gefunden - nur für Sekunden

Zwei fremde Augen ein kurzer Blick
die Braue, Pupillen, die Lider, was war das?
Kein Mensch dreht die Zeit zurück
vorbei, verweht, nie wieder

Du musst auf deinem Gang - durch Städte wandern
siehst einen Pulsschlag lang - den fremden Andern
- es kann ein Feind sein - es kann ein Freund sein
- es kann im Kampfe dein - Genosse sein
es sieht hinüber und zieht vorrüber

Zwei fremde Augen ein kurzer Blick
die Braue, Pupillen, die Lider, was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück
vorbei, verweht, nie wieder

Augen in der Großstadt, Noten

Des yeux dans la grande ville

(Musikalische Nachdichtung 2012 von Leobald Loewe und André Chamorro)

Quand tu vas_au travail
de bon matin,
et penses au bord des rails
à tes chagrins,
la ville fait voir
sur les trottoirs
de ton passage
tellement de visages:

Deux yeux étrangers,
un regard bref,
les cils, les pupilles,
les paupières,
c'était quoi?
Peut-être ton bonheur,
qui passe, plus rien à faire!

Tu vas durant ta vie
dans tant de rues,
passant devant ceux, qui
t'ont 'oublié,
un oeil sourit,
l’âme retentit,
tu l’as trouvé
- d'une courte durée!

Deux yeux étrangers,
un regard bref,
les cils, les pupilles
les paupières,
c'était quoi?
Personne n’arrête le temps,
qui passe, plus rien à faire!

Tu vois_en parcourant
des grandes cités
pendant une pulsation
l'autr' inconnu,
est-ce un ami, peut-être,
un ennemi, peut-être,
un camarade de combat, peut-être,
il t'aperçoit
- et puis s’en va!

Deux yeux étrangers,
un regard bref,
les cils, les pupilles,
les paupières,
c'était quoi?
Un morceau de genre humain,
qui passe, plus rien à faire!
[ / passant, passé, trop tard! ]

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Blick in die Zukunft

(Text: Kurt Tucholsky alias Theobald Tiger 1920,
Musik: Leobald Loewe, Juni 2012)

Du schläfst bei mir,
da plötzlich in der Nacht,
du liebe Dame,
bist du mit einem Laut
mir jäh erwacht,
war das ein Name?

Ich horche. Und du sagst
es noch einmal
im Halbschlaf: 'Leo...'.
Bleib bei der Sache,
Göttin meiner Wahl,
ich heiße Theo!

Noch bin ich bei dir.
Wenn die Stunde naht,
dass wir uns trennen,
vielleicht lernt dich
dann - ein Regierungsrat
im Teeraum [\ irgendein Pirat
bei Facebook] kennen.

Und gibst du seinen Armen
nachts dich preis,
den stolzen Siegern,
dann flüstre einmal
meinen Namen leis -
und denk an Tigern...

Blick in die Zukunft, Noten

Regard sur l'avenir

(Französische musikalische Nachdichtung 2014 von Leobald Loewe)

Tu dors chez moi,
quand soudain, dans la nuit
ma chère dame, toi
tu t'es réveillée
avec un bruit,
c'était un nom, quoi?

J'écoute, et je t'entends
le dire, encore
somnolant: 'Theo...'!
Reste concentrée un peu,
divin trésor,
je m'appelle Leo!

Je suis encore chez toi,
mais si l'heure arrivait,
l'heure du divorce,
peut-être, tu feras
la connaissance d'un tra-
der chez la bourse.

Et quand tu vas
pendant la nuit te rendre
dans ses bras,
susurre-lui doucement
une fois mon nom
et pense a moi!

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Mutter Erdemutter-erde

(Kurz-Geschichte, Juli 2009)

Rio San Juan Der Mond kreist unbewegter Miene um die Erde
und schaut sie sich genau von allen Seiten an,
seitdem er roh aus ihrem Leib geschlagen wurde,
hat sich auf ihr Erstaunliches getan.

Mal sah er sie verwüstet oder ganz versunken
und traf sie plötzlich ein Kometenvagabund,
dann hüllten Feuerstürme ihr Gesicht in Funken
und er hielt Wache bis sie's überstand.

    In ihrem Koma war noch schöner sie geworden,
    mit grünen Wäldern, blauen Seen und Flüssen, klar,
    skurrilen Wesen in der Luft bis tief in Fjorden,
    es war genug und Platz für alle da.

Nach zehn Milliarden Runden, sah er wie dort unten
sich feine Linien nach eigenem Gesetz
verzweigten und verknoteten, sich um sie spannten
und eng umschlangen wie ein Spinnennetz.

Und an den Knoten wuchsen Städte und Fabriken
und in den Zwischenräumen wehte blauer Staub
und in der Dämmerung sah er ihre Lampen blinken
und leise drang Musik zu ihm hinauf.

[Solo]
    Er hörte dumpfes Donnern und sah grelle Blitze,
    die Lichter ihrer Lampen gingen wieder aus,
    er schien auf Felder namenloser weißer Kreuze,
    bedeckt mit Raureif grauen Bombenrauchs.

Der Mond kreist unbewegter Miene um die Erde
und wird sie sich noch viele Nächte lang beseh'n,
bis sie gemeinsam in der roten Chromosphäre
der aufgeblähten Sonne untergeh'n.

[ Wo sind sie nur, da draußen, die den Frieden geben
  und treibt der Mond nicht blind und taub im leeren Raum;
  was kümmert's ihn, wie lang' noch Erdenwesen leben,
  die Muße haben, ihn sich anzuschau'n?
]

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Die Schnecke zum Gärtner Laempel

(Frust-Lied, Oktober 2009)

Dietrich Kittner: Wenn man in der Scheiße ist, sollte man seinen Kopf nicht in die Schüssel stecken!

Die Kreuze der Wähler in den Urnen sind alle gezählt:
Wer hat denn schon wieder die Schnecke zum Gärtner gewählt?
Die schweigende Mehrheit hat ohne mich vorher zu fragen
mein zierliches Pflänzchen Hoffnung zum Kompost getragen

Ich finde, ein solches Verhalten ist nicht souverän,
wie blauäugig darf man als Wähler zur Wahlurne geh'n,
muss man den eig'nen Belangen zuwider stimmen
oder mutlos wie Treibgut im Strome der Nichtwähler schwimmen?

    Egal, ob von Schröder und Fischer, von Merkel und Müntern,
    nach Wahlgeschenken gibt's immer 'nen Tritt in den Hintern,
    ob vom Gabriel oder vom Seehofer - eins ist gewiss dann:
    Den Schmerz, wenn er nachlässt, der Wähler, vor Wahlen vergisst er'n!  

Man könnte als Wähler vor Wahlen sich mal informier'n
aus eigenen Quellen, statt nur in die Glotze zu stier'n
um sich dort mit Scheinargumenten veräppeln zu lassen,
die so schön in die Scheinwelt der Schönen und Reichen passen

Der Liberalismus steht da wie ein Clown ohne Socken
das ist doch kein Grund, seinen Kopf in den Siphon zu stecken!
Als hätten die Pleitenreformen dem Volk nicht genügt,
hat es prompt diese Büttel der Banken ans Ruder gekriegt...
    Egal, ob von Schröder und Fischer...

Die Kreuze der Wähler in den Urnen sind alle gezählt:
Wer hat denn schon wieder die Schnecke zum Gärtner gewählt?
Die schweigende Mehrheit hat ohne mich vorher zu fragen
mein zierliches Pflänzchen Hoffnung zum Kompost getragen.

Drum dürfen, wie allemal nach deutschen Reichstagswahlen,
die niederen Klassen die Löcher im Haushalt bezahlen,
der Staat wird die Starken an Krisengewinnen nicht hindern
und in Opferritualen die Kassen der Wehrlosen plündern.

    Egal, ob von Schröder und Fischer...

Des Kaisers neue Kleider

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Streikverbotsverbot! Laempel

(Juli 2013 / Mai 2015)

Volksvertreter, oh ihr "wahren",
ist der Muff aus alten Tagen
wieder mal in euch gefahren,
uns das Streikrecht zu versagen?

Wollt ihr euch, ihr rotbeschlipsten
Büttel, nie gewöhnen dran,
dass man uns die allerletzten
Mittel nicht verbieten kann?

Streiks verbieten ist verboten,
wisst ihr das nicht mehr, ihr Flöten?
Grundrechtsklau und solche Schoten
lassen wir uns nicht mehr bieten!

Knüppeln unterm Streikverbot
das ist im Grunde Zwangsarbeit,
wehrlos bleibt nur trocken Brot,
die Hetze und die Müdigkeit.

Kommt, wir helfen euch, ihr Wichte
mit den eig'nen starken Waffen
so lang', bis ihr die Geschichte
selber aus der Welt geschaffen.

In das Grundgesetz muss 'rein:
Streikverbieten wird mit Haft
bis zum Tag Sankt Nimmerlein
und danach Hartz-fünf bestraft!


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Tötet das Mammon! Laempel

(Mai 2010)

Das Mammon ist kein Fabeltier,
ein Götze ist's, halb Bär, halb Stier,
gefährlich ist das Mammon.
Es streift in seinem Jagdrevier
umher und leidet große Gier,
gefräßig ist das Mammon.
mammon     Die Marge ist sein Lebenssinn,
    es kann vom Maximalgewinn
    den Hals nicht voll bekommen,
    und was es nicht verschlingen kann,
    davon legt es sich Vorrat an,
    es investiert, das Mammon.

Es investiert in Unternehmen,
wo ihm Menschen an Maschinen
Nahrung produzieren.
Und dafür, wenn sie artig sparen
dürfen sie in seinen Waren-
tempeln konsumieren.
    Ministern dreht es Waffen an,
    wo's mit am Krieg gewinnen kann
    und lässt sich Zinsen geben,
    es feiert mit bei Siegparaden,
    Zivilisten und Soldaten
    kostet es das Leben!

Es investiert in Immobilien,
fördert Rohstoff in Brasilien
und den Emiraten,
und wenn die Immobilien bröseln
und die Rohstoffbörsen kriseln

spielt's mit Derivaten.
    Sein Vorrat schwillt gewaltig an
    und fängt der mal zu faulen an
    und seine Kurse fallen,
    dann kann's Verluste schlecht ertragen,
    muss sich neue Beute schlagen,
    frischen Vorrat krallen.

Auf seiner wilden Jagd nach Spendern
nimmt es Geiseln, ganzen Ländern
droht es mit Zerrüttung.
Es braucht sofort Ersatz in bar,
es nötigt Parlamente gar
zur großen Banken Rettung.
    In rigorosen Spar-Ritualen
    soll'n die Menschen Opfer zahlen,
    bürgen stets die Armen!
    So werden die Vermögenslosen
    ihre Existenzen los in
    endlosen Reformen.

Das Monster wächst, wird immer größer,
jede Krise macht es böser,
wütender und wilder!
Längst zieht es eine breite Fährte
purer Not hinter sich her
- kahlgefress'ner Felder.
    Wo sind die Menschen, die sich sehnen,
    nicht dem Reichtum mehr zu dienen,
    eingesperrt im Käfig?
    Wann werden sie die Bestie töten
    und aus ihrem Käfig treten?
    Mammon herrscht nicht ewig!

Gitarrenbegleitung (4/4):
Am   /   Dm6  E7
Am   /   Dm6  E7
F    G
Am7  /   Dm6  E7
Am   /   Dm6  E7
Am   /   Dm6  E7
F    G
Am7  /   A7   /
Dm   /   G7   A7
Dm7  /   E7   Am
F7   /
E7   /   /    /
A7   /   Dm7  E7
A7   /   Bb7  C7  /
F    G   A  (fine)
     E7
Am   /   Dm6  E7
Am   /   Dm6  E7

Es geht mir hier nicht ums Geld, sondern um den Reichtum, hier in seiner reinsten und aggressivsten Form, dem Finanzkapital. Dem ist es völlig Wurst, was es besitzt, Hauptsache, es wirft möglichst viel und zuverlässig Gewinn ab.
Das Wort "[der] Mammon" leitet sich vom aramäischen Wort mamona = [Privat-]Vermögen, Reichtum, Eigentum ab. Es gelangte über seine griechische Schreibweise in die Bibel, in der Vulgata wird daraus lateinisch mam[m]ona. Martin Luther übersetzte das Wort nicht und so gelangte es als Mammon ab dem 16. Jahrhundert ins Deutsche. Ich habe bewusst aus dem männlichen Mammon ein sächliches Wesen gemacht um seine Bestialität zu unterstreichen.
Es genügt, die Handelskrisen zu nennen, welche in ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre - die Epidemie der überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zuviel Zivilisation, zuviel Lebensmittel, zuviel Industrie, zuviel Handel besitzt. Die Produktivkräfte, die ihr zur Verfügung stehen, dienen nicht mehr zur Beförderung der bürgerlichen Eigentumsverhältnisse; im Gegenteil, sie sind zu gewaltig für diese Verhältnisse geworden, sie werden von ihnen gehemmt; und sobald sie dies Hemmnis überwinden, bringen sie die ganze bürgerliche Gesellschaft in Unordnung, gefährden sie die Existenz des bürgerlichen Eigentums. Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. - Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, daß sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert. — Aus dem kommunistischen Manifest, Karl Marx und Friedrich Engels, 1847
'linkswende.org' 06/2010: "Jetzt hat Finanzminister Schäuble »mit Unverständnis« auf die Kritik am deutschen Sparkurs reagiert. Es seien doch die hohen Defizite gewesen, die erst die Krise ausgelöst hätten. Tatsächlich droht ein Szenario wie 1931, als die großen Industrienationen in einen gegenseitigen Abwertungswettlauf getreten sind, alle versuchten zugleich durch Abwertung und Sparhaushalte ihre Konkurrenzfähigkeit zu steigern und so mit Hilfe von höheren Exporten ihre Krise auf Kosten des Rests der Welt zu lösen. Das Ergebnis ist bekannt: die Weltkonjunktur brach erst richtig ein, der Welthandel zwischen den großen Wirtschaftsblöcken brach weitgehend zusammen. Schäubles Argument, dass die Krise durch hohe Staatsverschuldung ausgelöst worden sei, stimmt für Europas Importländer, es stimmt nicht für das Exportland Deutschland, welches ja gerade vom Handelsbilanzdefizit der anderen Staaten profitierte. Die Bundesregierung nutzt nur die Griechenlandkrise, um ihre ohnehin schon starke Stellung innerhalb der EU noch zu steigern und sie erhöht damit die Gefahr, dass die Weltwirtschaftskrise wieder erneut ausbricht."
Die "Neues Deutschland" berichtete am 8. Mai 2010 über eine Beinahe-Börsen-Crash in New York:
"Es hatte am Donnerstag genau in dem Moment den größten Ausschlag nach unten gegeben, als Händler Bilder von neuen Demonstrationen in Athen sahen. >Wir erkennen nun, dass Griechenland in den nächsten Jahren eine Depression durchmachen wird<, warnt US Analyst Peter Boockvar. >Europa ist wichtiger Handelspartner von uns und das bedroht die gesamte globale Wachstumsstory.<". - Für mich alten unverbesserlichen Marxisten ist übrigens nicht das Wachstum(des Mammons) das Problem, sondern das Mammon(Kapital) selber.

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Mammon unser

(Juni 2011)
Mammon unser,

der Du gibst den Reichen,
gelobt sei Deine Marge,
Dein Ertrag wachse,
Dein Wille geschehe
in der Lobby wie auch auf dem Felde.

Unsern täglichen Krieg gib uns heute
und bewahre uns unsere Investitionen,
womit wir erpressen unsre Beschäftigten,
und führe uns nicht in die Pleite,
sondern erlöse uns von den Schulden.

Denn unser ist das Portfolio,
und überlass die Sorgen, die Überstunden
und die Steuern in Ewigkeit den

Armen

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Wider-Sprüche

(2012)

Häufig hör' ich die besorgte Frage,
wenn es wahr sei, dass die Made
fetter werde noch, wo immer schlanker
wird die Frucht, so wär'
das doch ein eklatanter Widerspruch?

Nun, wie paradox auch das Banale
scheint, ein Blick hinter die Schale
zeigt, dass, weil die Made an ihr frisst,
die Frucht natürlich schlank wird,
nur das ist kein Widerspruch,
nein, das ist ja gerade der Zusammenhang!

Wenn wir uns nicht mehr so stürmisch lieben,
mit gefährlich wilden Trieben,
die wie ein Drachenspiel im Wind
so federleicht geworden sind,
kann das der Anfang schon vom Ende sein?

Wenn wir mit den uns verblieb'nen Trieben
uns noch immer zärtlich lieben,
gerade weil sie nicht mehr kind-
isch und so übermütig sind,
kann das nicht schon das Ende sein,
nein, dann beginnt der bunte Sonnenuntergang.

Ich hab' diese Zeilen hingeschrieben,
um die Reimerei zu üben
und mein lyrisches Gefühl,
's ist nur ein kleines Silbenspiel
und ohne Nutzen für das Publikum!

Wenn Sie Ihren Fuß nach Hause lenken,
werden Sie vermutlich denken:
"Ist denn die Schaffenskrise bloß
beim Liedermacher schon so groß,
was ist nur mit dem Leo los?
Das war bestimmt sein allerletzter Abgesang!"

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Die Lügenfärbmaschine Laempel

(Oktober 2010)

Ich war g'rad' süß am Träumen, als ich neulich Nacht
vom Schein des sturzbetrunk'nen Mondes aufgewacht,
da stand vor meinem inn'ren Auge wie gemalt,
was seit den alten Griechen als Mirakel galt:
Die Lösung aller Weltprobleme, eine kühne
Bauanleitung für 'ne Lügenfärbmaschine,
die missbrauchte Worte einfärbt, dass sie dann
- sogar ein treuer deutscher Wähler sehen kann.

Erfundene Legenden, Enten, Nebelkerzen,
fromme Wünsche, Schwüre und betrog'ne Herzen
sind schon bald in allen Sprachen überwunden,
ist der Rassenwahn von dieser Welt verschwunden.
Die Unkenrufer haben auch nix mehr zu weinen,
denn wem kann man noch'n X für'n U vorgreinen?
Auch die Armen lassen sich nicht mehr verkohlen
und von Reichen ihre Wurst vom Teller - holen.

Und jeder kann sich auf Politiker verlassen,
gähnend leer sind aller Medienzaren Kassen,
Kriegsgeschrei, Reklame, Phrasen, Heuchelei
und Hetze sind für alle Ewigkeit vorbei!
Da stand ich auf und ging noch vor dem Morgengrau'n
nach unten in den Hobbyraum um aufzubau'n
den ersten Lügenfärber nach den traumerfund'nen
Plänen, die noch taufrisch mir vor Augen - standen.

Als es dann langsam helle wurde, war'n die blassen
Skizzen mit den Farbfrequenzen zwar vergessen,
doch der Prototyp stand da, zum Test bereit
und ich rief 'rein ins Mikrofon, ganz laut:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar."
Und ich guckte. Keine Reaktion - unfassbar!
Mann, ich glaub' die großen Lügen liegen g'rade
unsichtbar im Ultraviolett - wie schade!

Anmerkungen:
1. Diese Geschichte ist natürlich frei erfunden.
2. "Die Würde des Menschen ist unantastbar"
ist natürlich nicht als Imperativ,
sondern nur als Behauptung gelogen.
3. "Die Lösung aller Weltprobleme"
ist natürlich so einfach nicht zu haben.
4. Es gibt ca. 7 Milliarden "Lügenfärbmaschinen",
man darf natürlich nicht vergessen,
sie auch einzuschalten!
Gitarrenbegleitung
||: Dm6   E7(9-)  Am7   H7
    Dm6   E7(9-)  Am7   Dm7/G7
    C7+   Dm7     D7    G  /G7
    C7+   F#7     H7    E7
    Dm6   E7      Am7   Dm7/G7
    C7+   Am6/H7  Em    D
    Am7   D7      G6    C7+
    Am6   H7      Em6   F#7   H7 :||
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Lampedusa Laempel

oder "Wir retten die Welt"

(Oktober 2013, passend zum Lied "El Mediterraneo" von Joan Manuel Serrat)


1.
Wir machen uns ernste
Gedanken um unsern Planeten
und wir stellen für'n bess'res
Gewissen gewaltige
Windparks in unsere Wälder
und schütten organische Gülle  
- aus Mastviehbetrieben -
auf unsere Felder.

Wir haben die Nase vorn
bei grünen Technologien
und wir zahlen für nutzlose
Zertifikate dem Kraftwerk
überhöhte Tarife
und spritzen um Treibstoff
- aus den Schiefern zu pressen -
ein ätzendes Gift in die Tiefe.

Wir brennen aus Mais und
Getreide der Hungernden
Benzin für die Autos von morgen
- nur die gestern vor
Lampedusa ertrunkenen,
die hatten noch andere Sorgen -
denn wir retten die Welt
vor dem sicheren Untergang,
vor dem sicheren Untergang!

2.
Wir kümmern uns nachhaltig
um uns're knappen Ressourcen
und wir kaufen für unsere
nachkomm'nde Generation
kompostierbare Windeln
und schrauben um Kohle zu sparen  
- Solarkollektoren -
auf unsere Schindeln.

Wir wollen ein besseres
Leben für unsere Kinder
und wir schicken zurück in die
Hölle gestrandete Menschen,
die g'rade ihr Land in
der Hoffnung verließen,
- bei uns einen Platz -
für ein angstfreies Leben zu finden.

Wir brennen aus Mais und
Getreide der Hungernden
Benzin für die Autos von morgen
- nur die gestern vor
Lampedusa ertrunkenen,
die hatten noch andere Sorgen -
denn wir retten die Welt
vor dem sicheren Untergang,
vor dem sicheren Untergang!



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Was ist das?

Lied für die B.   (August 2016, passend zum Lied "O que sera" von Chico Buarque, 1976)


Oh, was ist das,   ist es, was
           ich in Traktaten las   und in Jahren vergaß,
wenn früh im Morgengrau'n   ich zum Arbeiten ging,
     wenn abends ich im Stau   auf der Autobahn hing?
     Was ist es, was mir fehlt,   wenn sich jeder verhält,
       als wär' es nur das Geld,   was in dieser Welt zählt,
          wo immer ich auch bin,   wenn für irgend ein Ding
          ich in der Mühle drin   meine Tage verbring'?
     Was ist es, was mir fehlt,   nicht die Stille am See,
          keine LATIN-Musik,   Ecstasy oder Schnee,
nicht der Rehrücken mit   Preiselbeerengelee?
   Es ist beinah'   vergessen.


Oh, was ist das,   ist es, was
                 bei Habermas* ich las   und mir nach manchem Glas
            begegnete im Traum   als gescheiterter Clown,
     als flüchtiges Phantom   im verlorenen Raum?
    Was ist es, was mir fehlt,   wenn mir jeder erzählt,
           es wäre nur Gewalt,   was in dieser Welt gilt,
wann immer auf dem Meer   eine Arche versinkt  
      noch während ihr mit mir   euren Abend verbringt?
     Was ist es, was mir fehlt,   nicht die Stille am See,
          keine LATIN-Musik,   Ecstasy oder Schnee,
nicht der Rehrücken mit   Preiselbeerengelee?
   Es ist beinah'   vergessen.


Oh, was ist das,   ist es, was
              wie durch ein trübes Glas   mir verschwommen und blass
            erschien in einem Traum   aus vergänglichem Schaum
          als Drachenspiel im Baum   hinterm Stacheldrahtzaun?
  Was ist es, was mir fehlt,   vor die Frage gestellt,
            was immer mir gefällt   und am Leben mich hält,
    in welchem Drumherum   ich die Tage verbring'
         und was ich und warum   ich hier spiele und sing'?
     Was ist es, was mir fehlt,   nicht die Stille am See,
          keine LATIN-Musik,   Ecstasy oder Schnee,
nicht der Rehrücken mit   Preiselbeerengelee?
   Es ist beinah'   vergessen,
    es ist beinah'   vergessen,
    es ist beinah'   vergessen.



*)'Frankfurter' Variante "bei Habermas ich las": Nach Jürgen Habermas rationalisierten und verselbstständigten sich die Bereiche Wirtschaft und Verwaltung am stärksten. Diese beiden Systeme trennen sich mehr und mehr von der Lebenswelt der Menschen – und durchdringen diese zugleich, um sie zu beeinflussen und zu steuern. Das tun die beiden Systeme so rücksichtslos wie Kolonialherren, weshalb man auch von einer Kolonialisierung der Lebenswelt spricht (z.B. die Einflusskraft der Finanzkrise). Das kapitalistische Wirtschaftssystem und das moderne Staatswesen mit seinem Verwaltungsapparat werden durch Geld und Macht gesteuert. Nach Jürgen Habermas wirken sich Geld und Macht negativ auf das Leben der Menschen aus. Das Privatleben wird von Konsum und Leistungsdenken geprägt. Ebenso beeinflusst und hemmt die fortschreitende Bürokratisierung das öffentliche Leben. Diese Systeme sind verantwortlich dafür, dass die moderne Gesellschaft und Lebenswelt krankhafte Züge tragen, die unbedingt korrigiert werden sollten. Eine Korrektur kann nur aus der Lebenswelt hervorgehen, wenn sie sich der konsensorientierten Maßstäbe kommunikativen Handelns bedient. (http://de.consenser.org/book/export/html/1989)


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Smart Power Crusade Blues Laempel

(20.3.2011)

Anlässlich des von SPD und GRÜNEN gefeierten Angriffskrieges der westlichen "Koalition der Willigen", angeblich "zur Unterstützung der Revolutionäre" in Libyen (Natürlich geht es nur um ÖL und Macht!):

SMART
POWER
CRUSADE
BLUES

Mit Facebook
Twitter, TV-Talks,
mit Softdrinks-light
und Tomahawks
wird unser
W O R D
verbrightet.
Wir saufen Öl
und drucken Geld,
und drum wird, wer
den Zapfhahn hält,
zum eig'nen Wohl
befrightet.

kreuzzug

Der Begriff Smart-Power bezeichnet eine Kombination von „Hard Power“- und „Soft Power“-Strategien. Er wird vom US-amerikanischen „Zentrum für Strategische und Internationale Studien“ definiert als "ein Konzept, das die Notwendigkeit eines starken Militärs unterstreicht aber auch stark in Allianzen, Partnerschaften und Institutionen auf allen Ebenen investiert, um den amerikanischen Einfluss zu erweitern und die amerikanischen Maßnahmen zu legitimieren." (übersetzt aus wikipedia.com)


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Yes we can Moorhuhn! Laempel

(2.5.2011)

Die US-Army ist gerade dabei, unsere reale Welt in eine Kulisse für ihre Drohnen-Baller-Spiele zu verwandeln. Regelmäßig gibt der Supermachts- Präsident neue Todeslisten heraus. Inzwischen befiehlt Obama etwa alle vier Tage einen neuen Meuchelmord. (Als Blues oder zu "O Heiland, reiß die Himmel auf"):

Obama denkt im Weißen Haus
sich mächtig Phantasien aus
wie man nach Art "Afghanistan"
die ganze Welt verwandeln kann
in eine Gold-Sachs-Kolonei
von San Francisco bis Shanghai.

Obama druckt Billionen Schein'
damit er bequem vorm Schirm daheim
bis tief ins Land der Taliban
mit seinen Drohnen fliegen kann
zum Moorhuhnjagen, Moorhuhn ist
immer der böse Terrorist.

Obama schickt die Drohnen aus
zu mancher Widerspenst'gen Haus
wer da g'rad' in der Nähe steht
wird wie ein Pappschild umgemäht
im Namen der "Gerechtigkeit"
welcome in seiner "Neuen Zeit"!

Obama, zeig doch bitte nicht
so ein scheinheiliges Gesicht,
jeder Ganove hat ein Recht
auf ein Verfahren vor Gericht!
Allmächt'ger, hol' den President
vor Dein Gericht, dass er's erkennt!

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Remote ExecutionLaempel

(2. Mai 2011)

So tagten die Herren
der Weltmacht um 15 Uhr
Ortszeit Washington D.C.
und schauten auf inter-
aktiver Live-Schaltung
dem eigenen Mordhandwerk zu:

Matt glommen die Lichter
der Stadt in den Himmel
des Neumonds, ein Steppenwolf bellte
ins Dunkel. Bei Isla-
mabad war umzingelt
der Erzfeind Osama gestellt!

Der Admiral zog auf dem
Schirm mit dem Stick
seinen bulligen Avatar vor
jenen weiblichen Schutzschild:
Und Zugriff! Ein Klick
und der Schuss traf sie voll in den Thorax.

Sie schlug wie von Pappe hin,
kippte ins Leere...
Sie sah'n ihren Leichnam verbluten
auf fahlen Visieren
der Nachtsicht-Gewehre
der taubstummen Terrorsoldaten.

Da quoll aus den gläsernen
Burgen und Schluchten
der Weltstadt ein Freudengeheul!
Die Medien jubelten,
Prediger fluchten,
die Ölpreise sanken,
der Index stieg steil!

yes-we-can
am 2.5.2011 in Washington

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Nordicwalker haben alle Dreck am Stecken!

(13. Januar 2012)

Auch ein Beitrag zur Rekrutenwerbung der
"größten Friedensbewegung Deutschlands".


Ach, ich mag so gerne wandern,
lustig wandern - das ist schön,
aber leider nicht mehr trendy,
wohingegen Nordicwalking,
Nordicwalking mit 'nem Walkman
im Gehörgang - find' ich cool!
Einfach wandern ist nicht kultig,
Walking, das ist angesagt.
Och, so'n Spruch kann mich nicht schrecken,
Nordicwalker hätten alle Dreck am Stecken!  

Mag so gerne Fahrrad fahren,
Fahrrad fahren - das ist schön,
aber leider nicht mehr trendy,
wohingegen Mountainbiking,
Mountainbiking mit 'nem Navi
durch die Pampa - find' ich cool!
Einfach fahren ist nicht kultig,
Biking, das ist angesagt.
Och, lasst doch die Leute meckern,
Mountainbiker würden sich mit Dreck bekleckern!  

Ach, ich mag so gerne lieben,
wirklich lieben - das ist schön,
aber leider nicht mehr trendy,
wohingegen Turbofucking,
Turbofucking mit Viagra
in der Blutbahn - find' ich cool!
Einfach lieben ist nicht kultig,
Fucking, das ist angesagt.
Och, so'n Schmus kann mich nicht jucken,
Turbofucker könnten sich im Bett anstecken!  

Mag so gerne noch 'was lernen,
etwas lernen - das ist schön,
aber leider nicht mehr trendy,
wohingegen Blitzkarriere,
Blitzkarriere mit gefaketem
Doktortitel - find' ich cool!
Einfach lernen ist nicht kultig,
Faking, das ist angesagt.
Och, so'n Stuss will ich nicht hören,
Karrieristen sollten sich zum Teufel scheren!  

Ach, ich mag so gerne leben,
bisschen leben - das ist schön,
aber leider nicht mehr trendy,
wohingegen Battlefighting,
Fighting mit ‘ner echten Heckler-Koch
im Anschlag - find' ich cool!
Einfach leben ist nicht kultig,
Fighting, das ist angesagt.
Och, lass doch die Sprüche stecken,
Battlefighter sollten echt im Krieg verrecken!  

Gitarrenbegleitung:
Zwischenspiel:
C   /  G   D;  A   E7; 
A   /  A   /;  A+  /  A+  /;
Strophe:
D7  /  G   /;  A7  /  D   /;  A7  /;
A+  /  D7+ /;  A+  /  D6  /;
D7  /  G   /;  A7  /  Hm7 /;  E7  / 
A+  /  D7+ /;  A+  /  D6  /;
D7  /  G   /;  C   /  Bb  /;  F   D7  G7  /;
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Vollmond

(Januar 2012)

Wieso fühl' mein Herz ich so schlecht,
du liegst neben mir da
und ich spüre dich nicht?

Warum ging das Sonnenlicht aus?
Ich lieg' wach, dreh' mich um
starr' ins Dunkel hinaus.

Da gondelt der Mond in die Höh'
und er gießt seinen Schein
übern taub-stummen Schnee.

Schau her und mach's mir nicht so schwer,
komm herüber zu mir,
denn ich brauche Dich sehr.

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Wahl-Spruch

(März 2012)

wahlspruch

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Geschmacksverstärker

(ungereimte Dezime, 20. März 2012)

Es scheint ja ein ungeheurer Fortschritt
zu sein, dass man heuer Soßen wie Ketchup,
Majonäse und Vanillecreme hat.

Mit ihren hoch angereicherten Aromen,
Zuckern und Geschmacksverstärkern kann man
jede Mehlpampe, jedes Gammelfleisch und
Industriegemüse noch konsumierbar machen.

Wertvolle, schon aus sich heraus leckere
Nahrungsmittel sollte ein Feinschmecker
damit aber nicht zu "verbessern" versuchen...

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Dann herrscht Frieden Laempel

(Mai 2012)

Hymne der deutschen Rüstungsexportindustrie - zur patriotischen Einstimmung auf das Bundestagswahljahr 2013. Dieser Text passt übrigens auch ganz hervorragend auf die Melodie des Deutschlandliedes.

Wählet unsre Staatsparteien,
die ihn für vernünftig halten
plappert ihre Litaneien
nach wenn sie ihn vorbereiten.
Haltet euch von Demonstranten
fern, wenn ihr bereit sein sollt
|: und belästigt die Passanten
nicht, dass ihr den Krieg nicht wollt! :|

Lasset euch nicht ein mit denen
die sich Pazifisten schimpfen
und mit Händchenhaltaktionen
gegen Windmühlen ankämpfen.
Lasset doch die Waffenkundler
deutschen Hightech fabrizier'n
|: und die grauen Zwischenhändler
auch ein bisschen profitier'n. :|

Weltweit finden deutsche Waffen
Ein- und Absatzmöglichkeiten:
Raum-für-Investoren-Schaffen,
Unser-Wert-System-Verbreiten,
auf dass überall gelinge
dass die Märkte uns vertrau'n
|: und wir wieder guter Dinge
auf die Börsenkurse schau'n. :|

Schließlich tun doch nur die Linken
noch notorisch protestieren
die Oliven wie die Pinken
brauchen wir nicht mal zu schmieren.
Helfet in der schweren Krise
unsre Gegner zu verhau'n,
|: Frieden herrscht erst dann, wenn diese
die Radieschen von unten beschau'n :|
Gitarrenbegeitung: ("Deutschlandlied")
Zwischenspiel: A7+  E+  A7+  E+
A7+  E°  Hm7   F#°  C#m7  G°   Hm7  F°
A7+  E°  Hm7   F#°  C#m7  G°   Hm7  F°
Hm7  F°  Hm7   F°   A7+   F#7  H7   E7
D7+  A°  C#m7  G°   Hm7   F°   A7+  E°
D7+  A°  C#m7  G°   Hm7   F°   A7+  E+
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Dying for Bullshit?

(Juni 2015)

All politicians say
and believers, they pray,
that we all have to pay
taxes
and we accept it.
But we don't want to pay,
we do not want to pay,
no, we won't ever pay
for bullshit!

All politicians say
and believers, they pray,
that we all have to die
one day
and we accept it.
But we don't want to die,
we do not want to die,
no, we won't ever die
for bullshit!

No, we cannot deny,
we have taxes to pay
and we all have to die
one day
and to accept it.
But the question is: Why?
So we never should pay
and no day we should die
for bullshit!

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Freiheit für Bradley\Chelsea Manning

(August 2013)

Als seine Landsleute zusah'n und zuließen
wie ihre Soldaten Passanten erschießen
ist Brad' in der Hölle der nackten Gewalt
alleine dem eig'nen Gewissen gefolgt.

  Dank, Edward Snowden und Julian Assange,
  Chapeau et merci, Brad' Manning!,
  Asyl für Ed' Snowden und Julian Assange,
  Freiheit für Chelsea Manning!

Brad' hat sich nicht falschen Befehlen gebeugt
und uns die Verbrechen des Krieges gezeigt,
man kann seinen Mut gar nicht hoch genug achten,
wir lassen ihn nicht im Gefängnis verschmachten.

  Dank, Edward Snowden und Julian Assange...

{ Verspottet als Weichei und schwuler Verräter,
  hat Brad' nicht den männlichen Drang jener Täter;
  egal, ob als Mann oder Frau will er kein
  national-chauvinistischer Rambotyp sein!

  Dank, Edward Snowden und Julian Assange...
}

Ihr habt uns bezeugt, wie ein Kraken die Welt
umschlingt und umspitzelt mit List und Gewalt
{ und wie seine Willkür zur Norm eingesetzt,
  die kostbare Würde der Menschen verletzt.

  Dank, Edward Snowden und Julian Assange...

  Der Kraken, er träumt von der käuflichen Welt,
  an der er die Mehrheit der Aktien hält,
}
den habt ihr verpfiffen, Chapeau! Darum seid -
ihr für viele die Helden in unserer Zeit!

  Dank, Edward Snowden und Julian Assange...

Seit Nelson Mandela vor jubelnden Massen
nach endlosen Jahren die Zelle verlassen,
sind Botha und Vorster verdammt und vorbei,
Obama, lasst besser jetzt Brad' Manning frei!

  Dank, Edward Snowden und Julian Assange...

_____________________________________________
Gitarrenbegleitung (Reggae, 4/4 "H"=B, "B"=Bb)

MELODIE
 Couplet:
  A;eee-,dd-d;ccc-,dd-
  d;eee-,dd-c;HAGA,A--
  E;e-ee,dd-d;cccd,---
  d;edc,de-d;HAGA,---
 Refrain:
  -;e-ee,dd-H;eeed,---
  H;e-ee,d-c-;He--,---
  -;e-ee,dd-H;eeed,---
  -;ee-e,d-c-;He--,---

AKKORDE:
 Intro:
  C, D; E, -;
 Couplet:
  Am,  G;   Am,  G;
  Am,  D;   G,   D;
  Am,  D;   Am,  D;
  Am,  Dm;  Em,  A7/H7; 
 Refrain:
  Em,  Hm;  Em,  Hm;
  Am,  Hm;  Em,  E7;
  Am,  G;   Am,  G;
  C,  D; E(end), E7;

KLATSCHEN:
  x x, x -; x x, x -; ...

Freihet-für Bradley Manning
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Kulturhauptstadt Ruhr 2010

(Januar 2010)

hauptstadt-ruhr

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Loveparade Ruhr 2010

(Nov. 2010)
loveparade-ruhr

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Smartphones zum Rauchen

(März 2015)
Smartphones zum Rauchen

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Mal was Schönes

(Februar 2009)

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lala lalalah
Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah

Kannst du, Leo, nicht auch mal was Schönes singen
von beschwingten, heiteren und angenehmen Dingen
die nicht gallenmäßig das Gehör verätzen
und Adrenaline in Alarm versetzen

Hach, bei deinen Liedern muss man so viel denken
dass sich einem die Synapsen im Gehirn verrenken
musst du uns die letzten Illusionen rauben
die wir noch der Kanzel und der Glotze glauben

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah

Kannst du nicht ein bisschen uns're Psyche schonen
von der Wahrheit kriegt der Deutsche nämlich Depressionen
kannst du die Verhältnisse nicht etwas schönen
wirst du dich denn nie mit dem System versöhnen

Musst du immer über die Probleme reden
das bewirkt beim Publikum die schwersten Seelenschäden
die muss man mit Alkohol erst auskurieren
will man in der Nacht nicht wach zur Decke stieren

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah

Hast du, Leo, nicht auch ganz profane Sorgen
soll ich dir vielleicht 'ne heiße DVD besorgen
die weist deine Aggressionen in die Schranken
und bringt deine destruktive Sicht ins Wanken

Ist es nicht auch wichtig wie die Schalker spielen
und wie tief die bayernmünch'ner Millionäre fielen
willst du nicht ein Liedchen auf Jens Lehmann singen
wie die Lüdenscheider null-vier baden gingen

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah

Oder schreib' in Gottes[Teufels/Siegels*] Namen Liebeslieder
die hört der frustrierte Deutsche immer gerne wieder
Popverlage würden sich dann um dich raufen
und Millionen würden deine Platten kaufen

Muss man überhaupt zu Liedern Texte schreiben?
Man versteht doch bloß die Hälfte - lass es einfach bleiben!
Für den Markt, da [Für die GEMA] langt es "lalala" zu lallen
das würd' deinen Fans genauso gut gefallen!

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lala lalalah
Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah ...

*) << Die kanadische Anthropologin und Urheberrechtsexpertin Rosemary Coombe stellt fest, dass in den "Konsumgesellschaften die Mehrzahl der Bilder, Texte, Motive, Label, Logos, Warenzeichen, des Warendesigns, der Melodien und sogar Farben und Gerüche unter das Prinzip des geistigen Eigentums fallen oder darüber kontrolliert werden." Die Auswirkungen solcher monopolistischen Kontrollstrukturen sind katastrophal. Denn verbreitet wird lediglich die Kunst und Unterhaltung, über deren Rechte einige mächtige Konzerne verfügen. Sie konzentrieren sich darauf, einzelne "Stars" aufzubauen, in die sie hohe Summen investieren, und verdienen an den Nebenprodukten ihrer Vermarktung. Angesichts des hohen Investitionsrisikos setzen sie auf aggressives, weltweites Marketing, das kulturelle Alternativen aus dem Bewusstsein der Menschen verdrängt. Die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten bleibt dabei auf der Strecke. >>( Aus: "Geistiges Eigentum ist Diebstahl" von Joost Smiers )

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Zuhörerschelte

(ungereimtes Sonett, 10.10.2012)

Es gibt nur wenige aufmerksame Zuhörer,
die neugierig und offen für Überraschungen sind.
Der normale Zuhörer will nur das hören,
was er vorher schon zu wissen glaubte.

Alles andere wird schon bei der akustischen
Wahrnehmung konsequent verwässert, gefiltert
und uminterpretiert bis er das hört, was er
gerne hören will. Dann gibt's Beifall.

Damit die Botschaft beim Adressaten ankommt,
muss auf jede Ironie, auf alle Anspielungen,
Pointen und die Musik verzichtet werden.

Dann aber kann das gelangweilte Publikum und der
Künstler auch gleich zu Hause bleiben. Darum
Liedermacher, packt die Klampfen ein!

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Imprint / Impressum

Zieht Euch warm an!
Leo Kowald
  published by:
ABSäNGEREI & BRASSENSERIE
leo.kowald.org, Gelsenkirchen
CopyLeft (creative commons)
©© 2013 Leo Kowald


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