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Liebende auf öffentlichen Bänken (Leobald Loewe © Mai 2009
frei nach "Les amoureux des bancs publics" von Georges Brassens)
Mögen auch die Leute denken,
dass die grünen Bänke
an den Wegen steh'n,
um für Schwergewichte
und Geschwächte da zu sein.
Leider liegen sie verkehrt,
wie die Erfahrung lehrt
- das können Blinde seh’n -
laden sie verliebte
Paare gerne zu sich ein:

Die jungen Paare auf den Bänken
drücken sich, küssen sich, öffentlich,
kümmern sich um das Getuschel nicht
gaffender Passanten,
die jungen Paare auf den Bänken
drücken sich, küssen sich, öffentlich,
und sie sagen sich "Ich liebe Dich",
mit so sympathischem Gesicht!
[ / mit ihrem niedlichen Gesicht! ]

Wiegen sich in ihren Armen,
malen sich in Farben
ihre Zukunft aus:
Himmelblau soll ihre
Schlafzimmertapete sein!
Und sie seh’n sich ohne Sorgen
glücklich und geborgen
schon im eig'nen Haus,
lachend fallen ihnen
Namen für die Kinder ein.

Die jungen Paare ... 

Kreuzt da unterwegs die heilige
Familie eilig
an der Bank vorbei,
giftet sie erregt:
"Was ist das eine Schweinerei!";
tief im Innern wünschen doch
Gott-Vater, -Mutter, -Toch-
ter, -Sohn und heil'ger Geist,
dass sie sich mal so
benehmen könnten wie die zwei.

Die jungen Paare ... 

Sind die Monate vorbei
der süßer Träumerei,
verblasst in Jahren lang,
wenn ihr Himmel sich mit
dunklen Wolken schwer bedeckt,
merken sie gerührt, dass nur
der Straße Glück sie führte
auf die grüne Bank,
dort, wo sie erfuhren
ihrer Liebe bestes Stück.

Die jungen Paare ...