Inhalt in einem eigenen Fenster anzeigen Carcassonne (deutsch von Leobald Loewe ©©Juli 2011, frei nach Gustave Nadaud (1820–1893, gemeinfrei), Musik: Georges Brassens)

"Bin über sechzig, werde alt,
geschafft hab’ ich mein ganzes Leben 
und hatte nie Gelegenheit,
mich den Begierden hinzugeben,
es kann hier unten auf der Welt
nicht nur um jedermanns Glück gehen,
und dass mein Wunschtraum sich erfüllt,
nur einmal Carcassonn’ zu sehen!" 

[ "Man soll die Stadt im Norden sehen
  können von den blauen Bergen,
  man müsste sieben Meilen gehen,
  um die Höhen zu besteigen 
  danach den gleichen Weg zurück,
  ach, wenn sie reiften, meinen Trauben,
  komm' vor der Lese hier nicht weg
  kann Carcassonn' mir nicht erlauben"! ] 

"An allen Wochentagen könnte 
man so wie an Feiertagen
auf ihren Plätzen Leute seh’n, die  
neue weiße Kleider tragen,
und Türme wären kaum zu zählen,
hoch wie der von Babylonne,
ein'n Bischof und zwei Generäle,
heißt es, gäb's in Carcassonne!" 

"Der Herr Vikar hat drei mal recht,
dass allzu anspruchsvoll wir wären,
er hat gepredigt, das wär' schlecht 
und würde ins Verderben führen,
wenn ich noch vor dem Jahresende
dennoch ein paar Tage fände,
mein Gott, wie glücklich stürb' ich, wenn
ich Carcassonn' noch sehen könnte! 

"Oh Herr, oh Herr, seid mir nicht bös',
wenn mein Begehren Euch erzürnt hat,
der Mensch schaut über sich hinaus, 
im Alter wie schon in der Kindheit, 
mein Sohn Manuel und meine Frau *
Marie, die reisten bis Narbonne,
mein Patenkind sah Perpignan 
und ich komm’ nicht nach Carcassonne!"  

So sang ein Bauer bei Limoux **
mit von der Arbeit krummen Knochen,
ich sprach zu ihm: "Mein Freund, hör zu,  
wir werden diese Reise machen." 
Wir brachen auf am nächsten Tag, 
(ich hoff’, der Herr wird's ihm vergeben) 
er starb auf halbem Weg - nie sah 
er Carcassonn’ in seinem Leben. 
_________________________________________
*) Nach den Angehörigen eines 60-jährigen Freundes
**) Limoux liegt gerade mal 20 km südlich von
    Carcassonne im Südwesten Frankreichs

Gitarrenakkorde:
Am   /   /   /   E7  /
Am   /   /   /   E7  /
Gm6  /   A7  /   Dm  A7  Dm  /
[letzte Str.: D G7 C F Bb7 H7 E7 A7 ]
Dm   G7  C   Bb7 Am  E7  Am  Am
« Je me fais vieux, j’ai soixante ans
j’ai travaillé toute ma vie
sans avoir, durant tout ce temps
pu satisfaire mon envie.
Je vois bien qu’il n’est ici-bas
de bonheur complet pour personne.
Mon vœu ne s’accomplira pas:
Je n’ai jamais vu Carcassonne! »


[ « On voit la ville de là-haut
  derrière les montagnes bleues;
  mais, pour y parvenir, il faut
  il faut faire cinq grandes lieues;
  en faire autant pour revenir!
  Ah! si la vendange était bonne!
  le raisin ne veut pas jaunir:
  Je ne verrai pas Carcassonne! » ]

  
« On dit qu’on y voit tous les jours
ni plus ni moins que les dimanches
des gens s’en aller sur le cours
en habits neufs, en robes blanches.
On dit qu’on y voit des châteaux
grands comme ceux de Babylone
un évèque et deux généraux!
Je ne connais pas Carcassonne! »


« Le vicaire a cent fois raison:
Cc’est des imprudents que nous sommes.
Il disait dans son oraison
que l’ambition perd les hommes.
Si je pouvais trouver pourtant
deux jours sur la fin de l’automne…
mon Dieu! Que je mourrais content
après avoir vu Carcassonne! »


« Mon Dieu! mon Dieu! Pardonnez-moi
si ma prière vous offense;
on voit toujours plus haut que soi
en vieillesse comme en enfance.
Ma femme, avec mon fils Aignan
a voyagé jusqu’à Narbonne;
mon filleul a vu Perpignan
et je n’ai pas vu Carcassonne! »


Ainsi chantait, près de Limoux
un paysan courbé par l’âge.
Je lui dis: « Ami, levez-vous;
nous allons faire le voyage. »
Nous partîmes le lendemain
mais (que le bon Dieu lui pardonne!)
il mourut à moitié chemin:
Il n’a jamais vu Carcassonne!