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Im Ruhrgebiet
aus der Sicht einer französischenn Immigrantin

(von Leobald Loewe, November 2012, frei nach "Göttingen" von Barbara)


Gewiss - hier gibt's keine Seine
und auch den Wald nicht von Vincennes,
doch bin ich gerne hier geblieben,
im Ruhrgebiet, im Ruhrgebiet.

Auch hier sind Uferpromenaden,
die zum Spazierengehen laden,
manch' Liebeslied wurd' hier geschrieben,
im Ruhrgebiet, im Ruhrgebiet.

Sie kennen, glaub' ich, Frankreichs Schlösser
und unsere Geschichte besser
als wir, die Helga, Fritz und Peter  
im Ruhrgebiet.

Sie machten hier auch ohne Klage
die schwere Arbeit unter Tage
und verloren sie doch später
im Ruhrgebiet.

Die Emscher ist nicht wie die Seine,
der Nordsternpark nicht von Vincennes,
doch Himmel, sah ich schöne Rosen 
im Ruhrgebiet, im Ruhrgebiet.

Die Traurigkeit im fahlen Scheine
des Morgennebels bei Verlaine,
sie legt sich sanft auch über Wiesen
im Ruhrgebiet, im Ruhrgebiet.

Sein Lächeln will uns viel erzählen,
wozu ihm noch die Worte fehlen,
so kann es unser Herz erreichen,
das Schmuddelkind im Ruhrgebiet...

Die kleine Frage ist wahrscheinlich
dem ein' und andern eher peinlich,
doch sind die Kinder nicht die gleichen
in Paris, wie im Ruhrgebiet? 

Oh, lasst die Zeit nie wiederkehren, 
dass Gier und Hass die Welt zerstören, 
es leben Menschen, die ich liebe, 
im Ruhrgebiet, im Ruhrgebiet.

Doch heulten wieder die Sirenen,
mein Herz versänke tief in Tränen.
wer weiß, was danach übrig bliebe
vom Ruhrgebiet, vom Ruhrgebiet!
   

				
Bien sûr, ce n´est pas la Seine,
Ce n´est pas le bois de Vincennes,
Mais c´est bien joli tout de même,
A Göttingen, à Göttingen.

Pas de quais et pas de rengaines
Qui se lamentent et qui se traînent,
Mais l´amour y fleurit quand même,
A Göttingen, à Göttingen.

Ils savent mieux que nous, je pense,
L´histoire de nos rois de France,
Herman, Peter, Helga et Hans,
A Göttingen.

Et que personne ne s´offense,
Mais les contes de notre enfance,
"Il était une fois" commence
A Göttingen.

Bien sûr nous, nous avons la Seine
Et puis notre bois de Vincennes,
Mais Dieu que les roses sont belles
A Göttingen, à Göttingen.

Nous, nous avons nos matins blêmes
Et l´âme grise de Verlaine,
Eux c´est la mélancolie même,
A Göttingen, à Göttingen.

Quand ils ne savent rien nous dire,
Ils restent là à nous sourire
Mais nous les comprenons quand même,
Les enfants blonds de Göttingen.

Et tant pis pour ceux qui s´étonnent
Et que les autres me pardonnent,
Mais les enfants ce sont les mêmes,
A Paris ou à Göttingen.

O faites que jamais ne revienne
Le temps du sang et de la haine
Car il y a des gens que j´aime,
A Göttingen, à Göttingen.

Et lorsque sonnerait l´alarme,
S´il fallait reprendre les armes,
Mon cœur verserait une larme
Pour Göttingen, pour Göttingen.