Zuhörerbeleidigung
	(ungereimtes Sonett (cc) 10.10.2012)

Es gibt nur wenige aufmerksame Zuhörer,
die neugierig und offen für Überraschungen sind.
Der normale Zuhörer will nur das hören,
was er vorher schon zu wissen glaubte.

Alles andere wird schon bei der akustischen
Wahrnehmung konsequent verwässert, gefiltert
und uminterpretiert, bis er das hört, was er
gerne hören will. Dann gibt's Beifall.

Damit die Botschaft beim Adressaten ankommt,
muss auf jede Ironie, auf alle Anspielungen,
Pointen und die Musik verzichtet werden.

Dann aber kann das gelangweilte Publikum und der
Künstler auch gleich ganz zu Hause bleiben.
Drum Liedermacher, packt die Klampfen ein!